Industriestraße (Ortsteil Altdorf)

Lumpen und Stumpen

Zigarrenfabrik „Weber Stumpen“
Zu den ersten Altdorfer Industriebetrieben gehörten auch Zigarrenfabriken. Von 1928 bis 1964 hatte die renommierte Schweizer Firma „Weber Stumpen“ hier eine Filiale. Das Gebäude befand sich an der Kreuzung Orschweierer Straße und B3. Es musste nach 1964 einer Erweiterung der Bundesstraße weichen.
Foto: Sammlung Oehler (undatiert, vermutlich 1930er Jahre)

Es begann mit einer Lumpenfabrik

Ende des 19.Jahrhunderts war die Lumpenfabrik eines Altdorfer Bürgers der Beginn der Industrialisierung der Gemeinde. Die gesammelten und aufbereiteten Lumpen wurden an Papierfabriken verkauft. In den folgenden Jahren hat die Gemeinde versucht, möglichst viele Betriebe anzusiedeln und damit die dringend notwendigen Arbeitsplätze zu schaffen. Eine besondere Rolle spielte dabei die Verknüpfung der Landwirtschaft und der industriellen Produktion. Der im Rheintal angebaute Tabak wurde in Zigarrenfabriken verarbeitet. 1896 wurde die erste in Altdorf gegründet und Anfang des 20. Jahrhunderts gab es hier mindestens drei Stumpenfabriken
gleichzeitig.
Nach dem 2.Weltkrieg hat die Gemeinde das Industriegebiet im Gewann Auf den Süßen Matten erschlossen. Ein wichtiger Betrieb war die Firma Schmalzhaf (Eisen- und Leichtmetallbau). Mit den Wohnblocks im Baugebiet „Steinröhre“ wurde auch Wohnraum für die Arbeiter des Unternehmens geschaffen. Zwar stellte Schmalzhaf 2003 den Betrieb ein, aber das Gebäude mit den markanten Sheddach (auch Sägezahndach genannt) blieb erhalten und wurde zu einem Beispiel moderner Industriearchitektur der 1960er Jahre. Mit der Industriestraße erinnert die Gemeinde voller Stolz an ihr erfolgreiches Bemühen, Industrie anzusiedeln. Im Ortssippenbuch von 1976 heißt es dazu:
„So wurde die Gemeinde Altdorf zu einem Musterbeispiel der berufsständischen Umschichtung vom reinen bäuerlichen Gemeinwesen zum Industriedorf während der letzten 100 Jahre…“
(S. 149)

Quellen:

Köbele/Scheer: Altdorfer Ortssippenbuch 1976: Landwirtschaft und Industrie in Altdorf S.149 und 151
 

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