Neue Reha in Ettenheim eingeweiht - Schlüsselübergabe des Ortenau Klinikums an das Paul-Gerhardt-Werk

„Wir übernehmen nicht nur einen Schlüssel, sondern Verantwortung“

Ettenheimer Schlüsselübergabe Geriatrie
V.l.: Bürgermeister Bruno Metz, Landrat des Ortenaukreises Thorsten Erny, Architektin Dagmar Abt, Vorstandsvorsitzende des Ortenau Klinikums Claudia Bauer-Rabe,
und Vorständin des Paul-Gerhardt-Werks Silke Boschert.

Das frühere Krankenhaus verloren – eine wertvolle Einrichtung im Gesundheitsbereich für die Menschen der Raumschaft gewonnen. Das war durchgängiger Tenor bei der Schlüsselübergabe des Landkreises, respektive des Ortenau Klinikums an das Paul-Gerhardt-Werk, das in unmittelbarer Nachbarschaft zum MVZ auf dem Ettenheimer Meierberg eine geriatrische Rehabilitationsklinik für 60 Patienten in Betrieb nimmt.

Silke Boschert, Vorständin des Paul-Gerhardt-Werks, brachte das Strahlen der Sonne an diesem Freitagnachmittag mit der durchgängig artikulierten Freude über die neue Einrichtung in Einklang. „Das neue Haus und unsere gemeinsame Arbeit stehen ganz offensichtlich unter einem guten Stern.“

Das sieht auch Landrat Thorsten Erny so. Was hier in zweieinhalb Jahren entstanden ist, bezeichnete er als „beeindruckend“, als „Meilenstein der Kreis-Agenda 2030“, als einen „ganz besonderen Tag für die ganze Raumschaft.“ Mit der Einrichtung von MVZ und der Ermöglichung der geriatrischen Reha in unmittelbarer Nachbarschaft habe der Kreis sein Versprechen gehalten, als Ettenheim den Verlust des früheren Krankenhauses schier nicht zu verschmerzen mochte. Mit der Nachnutzung der früheren Krankenhäuser in Oberkirch, Gengenbach, bald auch Kehl habe der Kreis in beeindruckender Geschwindigkeit für eine weiterhin lebenswerte Ortenau in konstruktiver Zusammenarbeit von Verantwortlichen in Politik und gesundheitlichen Einrichtungen gesorgt und gute Zukunftsperspektiven für die Menschen eröffnet. Wie dieser „Kraftakt in toller Teamarbeit“ gemeistert wurde, dafür gebühre allen Beteiligten Dank.

Ettenheims Bürgermeister Bruno Metz, dessen unermüdlicher Einsatz für eine sinnvolle Nachnutzung des Hauses in all den Jahren von allen Rednern gewürdigt und mit viel Beifall bedacht wurde, nannte die Perspektive auf MVZ und Reha-Klinik als den Ausschlag, den Widerstand gegen die Schließung des Krankenhauses aufzugeben und an der neuen Perspektive konstruktiv mitzuarbeiten. Der Ortenaukreis und das Ortenau Klinikum hätten sich dabei ebenso wie das Paul-Gerhardt-Werk als verlässliche Partner erwiesen. „Eine tolle Gemeinschaftsleistung“ sei das, was an diesem Tag eingeweiht werde, so Metz, der sich ein paar kritische Worte in Richtung Kassenärztlicher Vereinigung nicht verkneifen wollte. „Die Politik muss bei der Gesundheitsversorgung doch das entscheidende Wort haben.“

Die Ortsgeistlichen Severine Plöse und Martin Kalt nahmen die Segnung des neuen Hauses vor, Dagmar Abt dankte im Namen der Werkgruppe Lahr für das in die Architekten gesetzte Vertrauen. Ihr symbolisch an Claudia Bauer-Rabe, Vorstandsvorsitzende des Ortenau Klinikums, übergebener Schlüssel ging dann schlussendlich an Silke Boschert vom Paul-Gerhardt-Werk über. Das Ortenau Klinikum ist ja Hausherr des neuen Reha-Gebäudes, das Paul-Gerhadt-Werk Pächter mit langfristiger Laufzeit. Sowohl Bauer-Rabe als auch Boschert griffen in ihren Ansprachen das Bild des Schlüssels auf. Leben sei bisweilen wie ein Schlüssel, den man nur an die richtige Stelle halten müsse – und schon öffne sich eine Tür. Die Tür zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit sieht Bauer-Rabe geöffnet. Silke Boschert legte ihre Sichtweise dar: Das Paul-Gerhardt-Werk übernehme an diesem Tag nicht nur den Schlüssel, sondern vor allem auch Verantwortung.

Im Anschluss nutzten die zahlreichen Teilnehmer der Einweihungsfeier die Möglichkeit zum Rundgang durch die neuen Räume.

Foto: Sandra Decoux
Text: Klaus Schade