Stadtführer*innen entdecken verborgene Schätze Ettenheims

Teilnehmende des Stadtführer-Stammtischs
Bildquelle: Stadt Ettenheim

Wissen, Austausch und gute Laune – so lässt sich der jüngste Stammtisch der Ettenheimer Stadtführer*innen treffend zusammenfassen. Gemeinsam begaben sich die Teilnehmerinnen auf einen abwechslungsreichen Abend, der spannende Einblicke in die Geschichte der Stadt mit geselligem Austausch verband.

Los ging es am Ringsheimer Tor, das Ziel blieb zunächst eine Überraschung. Die Organisatorinnen Ramona Schaudel und Angélique Gaede hatten für ihre Kolleg*innen ein abwechslungsreiches Programm vorbereitet. Erste Station war das Anwesen der Familie Kirn in der Freiburger Straße. Dort begrüßte Thomas Kirn die Gruppe mit einem Glas Secco und nahm sie mit auf eine Reise durch die Geschichte seiner Familie und des historischen Kellers, dessen Eingang viele Ettenheimer*innen von außen kennen, ohne zu ahnen, was sich dahinter verbirgt. Der rund 60 Meter tief in den Berg reichende Keller diente früher unter anderem als Eiskeller und beeindruckte die Besucher*innen mit seinen gewaltigen Ausmaßen. Besonders der hintere Bereich mit einer Höhe von rund zwölf Metern, in den einst über einen Schacht Eis eingebracht wurde, sorgte für Staunen. Der vordere Teil des Kellers wurde bereits um 1900 mit einem für die damalige Zeit außergewöhnlichen Backsteingewölbe errichtet und wird bis heute zur Lagerung von Wein sowie der Maische für die hauseigene Brennerei genutzt, in der 22 verschiedene Spirituosen entstehen.

Mit zahlreichen historischen Anekdoten und spannenden Hintergrundinformationen machte Thomas Kirn die Geschichte des Kellers lebendig. Zum Abschluss der Führung lud er die Gruppe zu einem lieblichen Rosé ein, der den gelungenen Austausch und die angeregte Fragerunde abrundete.
Im Anschluss führte der Stammtisch ins Gasthaus Lamm. Nach einem gemeinsamen Abendessen im schattigen Biergarten wartete bereits der nächste Programmpunkt: Im historischen Saal des Hauses begeisterte Ramona Schaudel ihre Kolleg*innen mit der Geschichte des traditionsreichen Gasthauses. Ursprünglich befand sich das „Goldene Lamm“ am Fuße des Kirchbergs, bevor es später an seinen heutigen Standort in der Friedrichstraße umzog und dort um Brauerei, Fremdenzimmer und den großen Saal erweitert wurde. Bis in die 1950er-Jahre war dieser ein bedeutender Veranstaltungsort und Treffpunkt des gesellschaftlichen Lebens in Ettenheim.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt ein kaum bekannter Schatz auf der Bühne des Saals: ein großformatiges Wandbild der Holzindustrie Stoelcker aus den 1930er-Jahren. Die Darstellung mit zahlreichen Ettenheimer Persönlichkeiten, verschiedenen künstlerischen Stilrichtungen, historischen Bezügen und liebevoll versteckten Details regte lebhafte Gespräche, Interpretationen und gemeinsame Entdeckungen an.

Die Stadtführerinnen nutzten gerne die Gelegenheit zum fachlichen und persönlichen Austausch. „Genau das ist das Ziel des Stammtischs, der künftig alle zwei bis vier Monate stattfinden und jeweils von wechselnden Mitgliedern organisiert werden soll“, so Linda Stengg, von der Tourist-Information. „Jeder Stadtführer*in bringt eigene Interessensschwerpunkte und ein umfangreiches Wissen mit. Dieses Potenzial möchten wir künftig noch stärker innerhalb der Gruppe nutzen: verborgene Orte entdecken, historische Hintergründe kennenlernen, Erfahrungen austauschen und Stadtgeschichte gemeinsam erleben“, erklärt sie. Auch die Ettenheimer Gastronomie soll dabei bewusst eingebunden werden. Die Stammtische verbinden fachlichen Austausch mit geselligem Beisammensein an historischen Orten und tragen so dazu bei, Geschichte dort erlebbar zu machen, wo sie geschrieben wurde.

Ein herzliches Dankeschön gilt Thomas Kirn für die eindrucksvollen Einblicke in den historischen Keller sowie die Gastfreundschaft und die Erfrischungen. Ebenso bedanken sich die Stadtführer*innen beim Gasthaus Lamm, das den historischen Saal für den Abend zur Verfügung gestellt hat.