Stadt Ettenheim treibt Wärmewende im Bundesprojekt „KWIKK“ voran
Vom Plan zur Wende
Bildquelle: Martin Bildstein
Wie gelingt die schnelle Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung in kleineren Städten und Gemeinden? Um darauf praktische Antworten zu finden, engagiert sich die Stadt Ettenheim als eine von fünf bundesweiten Modellkommunen im neuen Verbundvorhaben „KWIKK – Umsetzung kommunaler Wärmepläne in kleinen Kommunen“. Gemeinsam mit dem Öko-Institut, dem Fraunhofer ISI und dem Verein neuland21 werden in den kommenden zweieinhalb Jahren praxistaugliche Lösungen entwickelt, die Bürgerinnen und Bürger direkt einbinden und die Wärmewende vor Ort beschleunigen sollen.
Für Ettenheim kommt das Projekt zur rechten Zeit: Die strategischen Grundlagen für die kommunale Wärmeplanung sind bereits gelegt. Nun gilt es, die theoretischen Pläne in die Praxis zu überführen. Die Fernwärme Ettenheim GmbH betreibt bereits ein Fernwärmenetz in Ettenheim und plant den Ausbau weiterer Gebiete. Da kleinere Kommunen bei der flächendeckenden Umsetzung oft vor besonderen strukturellen und organisatorischen Herausforderungen stehen, setzt genau hier die Ettenheimer Beteiligung an KWIKK an.
Die Barockstadt konzentriert sich im Projekt auf zwei wesentliche Schwerpunkte, um die Energiewende im Wärmebereich flexibel zu gestalten:
Unterstützung dezentraler Lösungen: In Gebieten, die nicht für eine zentrale Wärmeversorgung vorgesehen sind, möchte die Stadt die Bürgerinnen und Bürger aktiv begleiten. Durch gezielte Informationsangebote und Beratungsmöglichkeiten sollen Eigentümerinnen und Eigentümer dabei unterstützt werden, individuelle, zukunftsfähige Heizungslösungen für ihre Gebäude zu finden und Synergien bei der Umsetzung zu nutzen.
Öffentliche Infoveranstaltungen für Hauseigentümer*innen sind am Donnerstag, 15. und Dienstag, 20. Oktober 2026 jeweils um 18 Uhr in Münchweier und Wallburg geplant. Ende Oktober/Anfang November ist eine weitere Infoveranstaltung in der Kernstadt für nachträgliche Fragen vorgesehen.
Entwicklung neuer Betreibermodelle: Für potenzielle Wärmenetzgebiete erarbeitet Ettenheim gemeinsam mit den Forschungspartnern innovative Organisations- und Geschäftsmodelle. Dabei stehen Lösungen im Fokus, die auch unter spezifischen lokalen Rahmenbedingungen tragfähig sein können. Zudem sollen Konzepte für den Übergang bis zu einer möglichen Netzerschließung untersucht werden.
Neben Ettenheim (Baden-Württemberg) nehmen die Partnerkommunen Michendorf und Nordwestuckermark (Brandenburg) sowie Plön und das Barkauer Land (Schleswig-Holstein) an dem Projekt teil. Ein zentrales Anliegen des Vorhabens ist es, die Mitmachbereitschaft und Akzeptanz der Bevölkerung vor Ort durch transparente Beteiligungsprozesse zu stärken. Alle erarbeiteten Ansätze werden zudem so konzipiert, dass sie als Blaupause auf andere ländliche und kleinere Kommunen in ganz Deutschland übertragen werden können.
Der offizielle Startschuss für das Vorhaben fiel kürzlich beim Projektauftakt in Göttingen, wo die Weichen für die enge Zusammenarbeit zwischen Forschung und kommunaler Praxis gestellt wurden. Das Projekt wird im Rahmen des 8. Energieforschungsprogramms durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) über den Förderaufruf „Vom Plan zur Wende“ gefördert.