Jugendkulturnacht mit Live Musik, Kreativangebot und Silent Disco
Bildquelle: Sandra Decoux
Als die ersten Akkorde von "Let Me Entertain You" und die Stimme von Lilly Ruhrmann durch die Spitalgasse klingen, kommt der eine oder andere Passant vorbei und bleibt stehen. Vor dem Jugendzentrum auf dem neugestalteten Platz an der Mediathek sitzen eine kleine Gruppe Jugendlicher und einige Eltern auf Bänken. Es ist der Start in die Sommerferien und der Auftakt der Jugendkulturnacht Ettenheim. Der Veranstaltungsort war dabei ein Novum: Erstmals fand das Event nicht im Hof des Gymnasiums statt.
Dass die Veranstaltung in diesem Jahr bewusst kleiner ausfiel, hatte einen einfachen Grund: Das Organisationsteam bestand lediglich aus drei Jugendlichen. Mia Stöhr, Yannik Thoma und Sam Luxem hatten die Veranstaltung mit dem Jugendbeauftragten Philip Gedemer auf die Beine gestellt. Gemeinsam mit seinem jungen Organisationsteam blickte er zufrieden auf einen gelungenen Abend zurück. "Kleiner, da auch eine Band kurzfristig abgesagt hatte, aber deswegen nicht schlechter", fasste er die Veranstaltung treffend zusammen. Gerade das familiäre Format habe seinen eigenen Reiz gehabt.
Gleichzeitig sei es ein wichtiges Anliegen, nach außen zu zeigen, dass Jugendkultur in Ettenheim lebt. Die Jugendkulturnacht solle ein niederschwelliges Angebot sein, um das Jugendzentrum (Juze) kennenzulernen. Zwar sei das Juze selbstverständlich auch während der regulären Öffnungszeiten für alle Interessierten offen, doch Veranstaltungen wie diese könnten Jugendlichen einen besonders unkomplizierten Zugang ermöglichen. Ebenso wichtig sei es, jungen Musikern und Künstlern eine Bühne zu bieten. Musikalisches Highlight des Abends war der Auftritt der 13-jährigen Lilly Ruhrmann, Schülerin am städtischen Gymnasium. Eine Stunde lang begeisterte sie das Publikum. Mal begleitet sie sich selbst am Keyboard, mal kommen die Instrumente aus dem Lautsprecher. Ihre Stimme füllt den Platz erstaunlich gut. Ob auf Deutsch, Englisch, Französisch oder Spanisch: Sprachliche Grenzen kennt die junge Sängerin kaum. "Ich höre mir die Lieder so lange an, bis ich sie nachsingen kann", erzählte Lilly. Auf die Frage nach ihrem Repertoire antwortete sie: "Ich probiere gern Neues aus, auch neue Genres, nicht nur Pop und Rock." Deshalb gehört zu ihrem Programm auch ein französischer Chanson. Einen spanischen Song habe sie als Titelmelodie einer Serie entdeckt und anschließend selbst einstudiert, obwohl sie kein Spanisch kann. Zur Jugendkulturnacht kam Lilly über das Jugendmusikwerk Baden, in dem sie Mitglied ist und regelmäßig probt. "Ich habe mich gefreut, als unser Leiter Marco-Sharif Khan mich empfohlen hat", berichtet sie. "Ich finde, das ist ein schönes Angebot für Jugendliche.". Zwischen den Liedern lächelt sie ins Publikum, spricht kurz mit den Zuhörern, erklärt die Liedtexte und spielt weiter. Dann erzählt sie von einem Moment, den sie wohl nie vergessen wird. Bei einem Konzert von Avril Lavigne in Tuttlingen stand sie mit einem Plakat mit der Aufschrift "Lass uns zusammen singen" in der ersten Reihe. Tatsächlich holte Avril Lavigne sie auf die Bühne, und beide sangen gemeinsam ein Lied. "Das war echt krass vor so vielen Leuten."
Neben der Livemusik konnten Sonnenbrillen mit Perlen, Steinchen und Strass verziert werden. Für besondere Stimmung sorgte eine Silent Disco mit drei verschiedenen Musikkanälen. Für die Bewirtung war die Handballabteilung der DJK Ettenheim verantwortlich, die die Gäste mit kühlen Getränken, Pommes und Bratwurst versorgte.