523 Jahre Reb- und Ackerbauzunft Ettenheim - Zunftabend mit vielen Gästen
Bildquelle: Ulrike Hiller - Mitglieder des Zunftrates
Mit vielen hundert Gästen feierte die „ehrsame allgemeine Reb- und Ackerbauzunft der Stadt Ettenheim“ von 1503 nach 523 Jahren ihren traditionellen Zunfttag mit einem abwechslungsreichen Zunftabend in der Ettenheimer Stadthalle. Musikalisch umrahmt wurde das bunte Programm von der Stadtkapelle unter Franz Amann. Stilgerecht im schwarzen Anzug samt Zylinder präsentierte sich der neue Zunftrat, an der Spitze Zunfträtin Stephanie Kirn aus Ettenheim. Weitere Mitglieder sind Viktor Speck, Lukas Schaudel, Robert Dees und Philipp Köbele.
Altzunftrat Peter Seiler führte durch den Abend. Den Auftakt bildeten vier Enkelkinder von früheren Zunftobersten mit einem witzigen Prolog. Mit musikalischer Begleitung der Stadtkapelle zog der neue Zunftrat in die Halle ein und stellte sich einzeln mit Lebenslauf vor. Stephanie Kirn, die neue Zunftmeisterin, als Tochter von Renate und Thomas Kirn, ist im elterlichen Weingut in Ettenheim groß geworden, beruflich ist sie Pflegedienstleiterin in der Sozialstation.
Altzunftmeister Peter Seiler hieß zu Beginn zahlreiche Ehrengäste willkommen, darunter Bürgermeister Bruno Metz, den BLHV-Kreisvorsitzenden Lahr, Klaus Dorner, frühere Zunftmeister sowie Repräsentanten des öffentlichen Lebens. Er dankte Pfarrer Martin Kalt für den schönen Gottesdienst am Vormittag. In seinem Rückblick auf seine drei Zunftjahre erwähnte Seiler Ausflüge und geselliges Beisammensein. Als ältester und mitgliedsstärkster Verein hat die Zunft inzwischen 459 Mitglieder. In seiner Ansprache ging Peter Seiler auch auf die derzeitige Situation der Landwirtschaft ein. Obwohl Ettenheim in einer gesegneten Landschaft liege, müsse man sich in den schwierigen Zeiten mit Klimawandel und Landschaftsgefährdung den Herausforderungen stellen. Dies bestätigte auch Klaus Dorner, BLHV Kreisverband Lahr. In Richtung Politik sagt er „Wir brauchen Verbündete für unseren Wohlstand“ und forderte die Anwesenden auf, regionale Produkte zu kaufen und somit die heimische Landwirtschaft zu unterstützen. Bürgermeister Bruno Metz zeigte sich stolz über die Arbeit der Landwirte und lobte die tollen Produkte. Er wünschte sich, dass auch künftig die Stadt dem Wein- und Ackerbau verbunden bleibe. Als gemeinsames Festessen gab es traditionell „Lummel mit Nudeln“.
Mitwirkende des unterhaltsamen Zunftabends waren die Ettenheimer Stadtkapelle, das Wolfsballett aus Ettenheimweiler und die Theatergruppe des SV Ettenheimweiler. Der alte Zunftrat mit Peter Seiler, Anja Kopp, Axel Helle, Frank Broßmer und Alexander Jäger, der auch die Bewirtung der Besucher übernommen hatte, trug als Bühnenbeitrag „Ein Apfelbaum als Tradition“ vor. Der alte Zunftrat überreichte dem neuen Zunftrat einen Apfelbaum samt grünen Gärtnerschürzen mit der Auflage, die Tradition fortzusetzen.