Sommerakademie bietet Blick hinter die Kulissen des Bauhofs
Bildquelle: Sandra Decoux
600 Kilometer Feldweg, elf Sportplätze, fünf Friedhöfe und vieles mehr: Die Ettenheimer Stadtpfleger zeigten Besuchern, wie vielfältig und herausfordernd ihre Aufgaben sind.
Der Tenor unter den rund 30 Teilnehmern am zweiten Abend der diesjährigen Sommerakademie war einhellig: Die Vielfalt, die vom Städtischen Bauhof an Arbeiten für die Allgemeinheit geleistet wird, ist wohl niemandem so richtig bewusst. Genau solche Einblicke in oft selbstverständlich Hingenommenes ist Ziel der Sommerakademie, die von Stadt und örtlicher Volkshochschule mit drei Abenden auch in diesem Jahr organisiert wird.
„Nie und nimmer hätte ich gedacht, was vom Bauhof alles geleistet wird.“ Die Äußerung eines Teilnehmers während des rund anderthalbstündigen Rundgangs steht stellvertretend für den Eindruck vieler. Die Auflistung von Bauhofleiter Markus Ohnemus, der in der Folge die Teilnehmergruppe zusammen mit seinem Stellvertreter Roland Weber-Kirn durch den Bauhof am Espenring führte, deutete diese Aufgabenvielfalt bereits an.
Im Bauhof treffen viele Handwerke aufeinander
In Ettenheim und Ortsteilen sind es 600 Kilometer Feldwege, 75 Kilometer Wasserläufe, elf Sportplätze, 25 Spielplätze, fünf Friedhöfe sowie fünf Hochwasser-Rückhaltebecken, die die 20 Mitarbeiter des Bauhofs in Schuss halten müssen. Hinzu kommen 340 Ruhebänke, 180 Abfallbehälter, zum Teil mit Hundetütenspender – und schließlich 200 Blumenkästen und 150 Blumenkübel. Letztere werden zudem zwei- bis dreimal im Jahr neu bepflanzt.
Die Anforderungen hinsichtlich der inzwischen vorgeschriebenen Schutz- und Kleidungsvorgaben werden gleich zu Beginn des Rundgangs deutlich. Und da auch weibliche Mitarbeiterinnen zum Bauhofteam gehören, sind Umkleidemöglichkeiten, Trockner sowie die „Schwarz-Weiß-Trennung“ gleich doppelt installiert. Und dann gleicht der Rundgang einem Besuch in verschiedensten Handwerksbereichen: Maurer, Mechaniker, Maler, Schlosser, Schreiner – um nur einige zu nennen. Klar, da sind Arbeiten am „ominösen“ Pflaster in der Innenstadt nötig, schadhafte Treppenstufen zu reparieren, Wartungsarbeiten am gewaltigen Fuhrpark mit Gerätschaften für alle erdenklichen Aufgaben vorzunehmen. Schreiner und Maler sind beispielsweise gefragt, wenn Arbeiten an den rund 400 Parkbänken fällig werden – auch hier nur einige beispielhaft genannt. Ja, man registriert sie als Bewohner, erahnt aber nicht den Aufwand, der hinter all dem steckt: Auch bei der Anbringung der Weihnachtsbeleuchtung, beim Streudienst im Winter, beim Kehren öffentlicher Wege und Flächen, beim Schnitt von Hängen, entlang der Wege und Straßen, bei Vor- und Nacharbeiten bei Erdbestattungen, bei Beschilderungen und Absperrungen bei Festen.
Und im neu erbauten Gewächshaus des Bauhofs ist Ohnemus in seinem Element. Die Bepflanzung von Kübeln und Kästen – ob mit Gehölzen, Kräutern oder Obst erläutert er gleichsam mit Inbrunst – und auch die naturnahe Umwandlung von zuvor versiegelten Flächen gehören unüberhörbar zu seinen besonderen Vorlieben.
Auch der Fuhr- und Gerätepark sowie andere Bereiche finden immer wieder das Interesse einzelner Teilnehmer: Akkubetrieben oder Benziner? Streusalz, Splitt oder Granulat im Winterdienst? Wie hoch ist die Zahl der vorsorglich befüllten Sandsäcke? Was ist besser: Rasen, Kunstrasen, Hybrid?
Weniger Bewunderung findet bei den Akademie-Teilnehmern das schier riesige Lager an wilden Ablagerungen, die der Bauhof immer wieder einsammeln muss: Fahrräder zuhauf, Altreifen, Kühlschränke, Batterien, Kleidersäcke – Abfälle aller Art. Soweit es geht, wird dieser Müll weiterer Verwertung zugeführt, der Rest landet dann zwangsläufig auf der Deponie.