Neue Mediathek im Herzen von Ettenheim wird eingeweiht
Ein lebendiger Ort für alle Generationen
Bildquelle: Sandra Decoux- v. l. Heike Labusga - Leitung Mediathek, Carsten Gabbert - Regierungspräsident, Sandra Boser - MdL, Marion Gentges - Ministerin und Bruno Metz- Bürgermeister
Mit der feierlichen Einweihung im Herzen der Innenstadt wurde am 7. Mai die neue Mediathek ihrer Bestimmung übergeben. In dem aufwendig umgebauten ehemaligen Volksbankgebäude ist ein moderner, urbaner Treffpunkt entstanden, der Kultur, Bildung, Begegnung und Verwaltung auf einzigartige Weise miteinander verbindet.
Knapp über 9 Millionen Euro hat die Stadt Ettenheim in den Erwerb und die Transformation des historischen Gebäudekomplexes investiert. Unterstützt wurde das Projekt mit 4,2 Million Euro aus der Städtebauförderung sowie aus dem Investitionspakt Baden-Württemberg „Soziale Integration im Quartier“. Hierfür dankte Bürgermeister Bruno Metz im Rahmen der Eröffnung den anwesenden Landespolitikerinnen und Ministerin Marion Gentges und Staatssekretärin Sandra Boser.
„Mit der Mediathek entsteht ein lebendiger Ort der Begegnung und des Lernens mitten in unserer Innenstadt – ein Haus für alle Generationen“, betonte Bürgermeister Bruno Metz. „Die neue Mediathek als ein einladendes, öffentliches Wohnzimmer der Stadt wird Menschen zusammenbringen und damit auch die soziale Integration unterstützen. Dass unser Projekt bundesweit als Best Practice für lebendige Stadtzentren vorgestellt wird, bestätigt unseren Weg, die Innenstadt nachhaltig zu stärken und die Lebensqualität weiter zu erhöhen,“ freute sich Bruno Metz.
In ihrem Grußwort zollte MdL und Ministerin Marion Gentges, selbst begeisterte Leserin, der Stadt Ettenheim höchste Anerkennung für die gelungene Investition, auch im Namen ihrer Kollegin MdL und Staatssekretärin Sandra Boser.
Regierungspräsident Carsten Gabbert ergänzte „Die neue Mediathek in Ettenheim zeigt eindrucksvoll, wie wirkungsvoll die Programme der Städtebauförderung für eine nachhaltige und zukunftsorientierte Stadtentwicklung sind. Hier ist ein Ort entstanden, der Menschen zusammenbringt – ein unschätzbarer Wert, gerade in unserer heutigen Zeit.“
Dabei wurde statt radikalem Abriss durch die Sanierung ganz bewusst auf den Erhalt von Bausubstanz gesetzt, dies ist auch ein Beitrag zu nachhaltigem Bauen mit geringerem ökologischem Fußabdruck. Dieser stellte jedoch alle Beteiligten vor besondere Herausforderungen: Das Gebäudeensemble, das ursprünglich aus sieben Einzelgebäuden aus 3 Jahrhunderten bestand, erforderte eine komplexe bauliche Neuordnung. Im Zuge der Baumaßnahmen wurde unter anderem ein neues Treppenhaus mit Aufzug integriert, um vollständige Barrierefreiheit zu gewährleisten. Der Innenraum präsentiert sich heute hell, offen und funktional.
Im Erdgeschoss lädt die moderne Mediathek mit erweitertem Angebot zum Lesen, Lernen und Verweilen ein. Dabei gliedert sich der Bereich auch räumlich in neue, zusätzliche Zonen mit jeweils eigenem Charakter: Im Bereich „Gaming“ stehen Konsolenspiele – insbesondere für die Nintendo Switch – zur Verfügung. Die „Werkstatt“ bietet Raum für kreatives Arbeiten, von der Wortwerkstatt bis hin zu Bastelangeboten. In der „Lesezeit“ laden Zeitschriften, gemütliche Sitzgelegenheiten und ein Kaffeeautomat zum entspannten Verweilen ein.
Auch inhaltlich überzeugt die Mediathek mit einem vielseitigen Angebot: Neben Konsolenspielen für die Switch, Brettspielen sowie LÜK-Kästen und -Heften steht eine sogenannte „Bibliothek der Dinge“ zur Verfügung. Hier können unter anderem Tonieboxen und Tiptoi-Stifte für die Nutzung mit ausgeliehenen Figuren und Büchern, E-Reader für die Onleihe, eine Nähmaschine oder auch Freizeitgeräte wie ein Spikeball-Set, ein Jonglierset oder eine Karaoke-Maschine ausgeliehen werden.
Im ersten Obergeschoss hat die städtische Finanzverwaltung ihren neuen Sitz gefunden. Darüber hinaus beherbergt das Gebäude das generationsübergreifende Projekt „HeimETT“, das soziale Initiativen wie Altenwerk, Nachbarschaftshilfe und Seniorenrat sowie die VHS unter einem Dach vereint. Ein multifunktionaler Veranstaltungs- und Begegnungssaal sowie ein großzügiges Foyer ergänzen das Raumangebot. In den oberen Geschossen entstehen zudem Wohnungen.
Die neue Mediathek ist zugleich ein wichtiger Impulsgeber für die Innenstadt. Als frequenzstarker Anziehungspunkt stärkt sie Handel, Gastronomie und Dienstleistungen und trägt zur weiteren Belebung des Stadtkerns bei.
Das Projekt wurde von der Stadt geplant und vom Architekturbüro Bernd Billharz umgesetzt. Auf der Homepage des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen wird die Mediathek als beispielgebend für zukunftsorientierte Stadtentwicklung im historischen Kontext vorgestellt. Gerade in einer Stadt wie Ettenheim, deren barocker Stadtkern unter anderem durch das Palais Rohan geprägt ist, zeigt sich hier eindrucksvoll, wie Tradition und Moderne erfolgreich verbunden werden können. Architekt Harald Krippendorf war seitens der Stadt als Projektleiter für die Baumaßnahme verantwortlich.
Die Mediathek ist Teil einer langfristigen Stadtentwicklungsstrategie, mit der Ettenheim seit Jahrzehnten die behutsame Erneuerung und Weiterentwicklung seiner historischen Bausubstanz verfolgt. Mit Projekten in verschiedenen Sanierungsgebieten setzt die Stadt konsequent auf nachhaltige und zukunftsfähige Stadtentwicklung.
Mit der neuen Mediathek hat Ettenheim ein starkes Zeichen gesetzt – für eine lebendige Innenstadt, für gelebte Gemeinschaft und für eine Stadt, die ihre Zukunft aktiv gestaltet.
Die Einweihung wurde musikalisch von Singer-Songwriter Matt Woosey umrahmt. Gesegnet wurde die neue Mediathek von Pfarrerin Severin Plöse (evangelische Kirchengemeinde), Diakon Matthias Hoppe (katholische Kirchengemeinde) und Evelyn Hutzenlaub (evangelische Freikirchliche Gemeinde).