Fotografin Ulrike Hiller übergibt umfangreiches Fotoarchiv an die Stadt Ettenheim

Ein Stück Ettenheimer Stadtgeschichte bleibt erhalten

v.l. Bürgermeister Bruno Metz, Ulrike Hiller, Thomas Dees, Dr. Jörg Sieger und Julia Zehnle
Bildquelle: Sandra Decoux -
v.l. Bürgermeister Bruno Metz, Ulrike Hiller, Thomas Dees, Dr. Jörg Sieger und Julia Zehnle

Seit mehr als 50 Jahren hält die Fotografin Ulrike Hiller das Leben in Ettenheim und der Region mit ihrer Kamera fest. In dieser Zeit entstanden unzählige Aufnahmen, die das gesellschaftliche, kulturelle und politische Leben der Region dokumentieren. Mit Neugier, einem besonderen Blick für die Menschen und einer engen Verbundenheit zur Südlichen Ortenau ist sie zu einer wichtigen Chronistin der Region geworden.

Nun wird ihr umfangreiches fotografisches Lebenswerk langfristig für die Stadtgeschichte gesichert: Ulrike Hiller übergibt ihre Negative mit Aufnahmen aus Ettenheim und den Ortschaften an die Stadt Ettenheim. Des Weiteren haben Frau Hiller und die Stadtverwaltung vereinbart, dass die digitalen Bildbestände zu einem späteren Zeitpunkt ebenfalls an die Stadt Ettenheim gehen werden. Es handelt sich insgesamt um mehrere hunderttausend Bilder.

Dr. Jörg Sieger wird die Negative und digitalen Bilder archivieren, sodass sie langfristig erhalten bleiben. Er hat unter anderem das Bildarchiv von Martha Oehler und Bernhard Uttenweiler in seiner historischen Datenbank archiviert und für die Nachwelt festgehalten. Auch Aufnahmen von Ulrike Hiller sind dort bereits archiviert und teilweise veröffentlicht.

Die Aufnahmen von Ulrike Hiller sind aus historischer und stadtgeschichtlicher Sicht sehr wertvoll. Sie zeigen unter anderem Spatenstiche wichtiger Bau- und Infrastrukturprojekte und viele weitere Ereignisse aus dem Leben der Stadt.

Umfangreiches Archiv wird für die Zukunft gesichert

Im Rahmen der letztjährigen Martini-Ausstellung „50 Jahre – EINE Stadt“ kam es zwischen Ulrike Hiller und Gemeinderat und Historiker Thomas Dees zu Gesprächen über das umfangreiche Bildarchiv der Fotografin. Daraus entwickelte sich die Idee, dieses der Stadt Ettenheim zur Verfügung zu stellen. Im Juli dieses Jahres konnten Hauptamtsleiterin Julia Zehnle und Ulrike Hiller dann die vertraglichen Rahmenbedingungen abschließend klären. Der entsprechende Übergabevertrag wurde anschließend von Bürgermeister Bruno Metz unterzeichnet. Die Vereinbarung umfasst sowohl die analogen Negative als auch die digitalen Bildbestände. Die 72 Ordner mit Negativen aus den Jahren 1976 bis 2002 werden bereits jetzt der Stadt Ettenheim überlassen. Die Stadt erhält dabei die vollständigen Nutzungsrechte.

Auch die digitalen Bilder aus den Jahren 2003 bis heute werden langfristig für die Stadt gesichert. Sie liegen in Datenmappen und auf externen Speichermedien vor. Die Archivierung der digitalen Bestände durch Dr. Sieger hat bereits begonnen, damit die Bilder langfristig erhalten bleiben. Eine Veröffentlichung in der historischen Datenbank soll zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. Wichtig ist dabei: Urheberin aller Aufnahmen bleibt Ulrike Hiller.

Fotografische Zeitreise durch Ettenheim

Die Bedeutung des Archivs geht weit über die große Zahl der Aufnahmen hinaus. Die Bilder dokumentieren zahlreiche Ereignisse, Entwicklungen und Veränderungen in Ettenheim und der Umgebung. Sie zeigen damit einen wichtigen Teil der jüngeren Stadtgeschichte aus unmittelbarer fotografischer Perspektive.

Zu den Aufnahmen gehören unter anderem Bilder von der österlichen Stimmung in Ettenheim im Jahr 1977, der Ettenheimer Fasnacht 1984 und der Schwimmbadsaisoneröffnung 1998. Auch die Innenstadtsanierung im Jahr 2002, die Spatenstiche für die Brücke und den Kreisverkehr am westlichen Ortseingang sowie für das Baugebiet Fürstenfeld-West im Jahr 2009 sind fotografisch festgehalten. Ebenso dokumentiert sind das 40-jährige Partnerschaftsjubiläum mit Benfeld im Jahr 2011 und der Spatenstich für den Kindergartenanbau im Fürstenfeld im Jahr 2012.

Mit der Übernahme des Archivs erhält die Stadt Ettenheim nicht nur eine große Zahl historischer Fotografien, sondern einen einzigartigen visuellen Nachlass, der die Entwicklung der Stadt und ihrer Menschen über Jahrzehnte hinweg dokumentiert. Das Bildarchiv von Ulrike Hiller macht Geschichte sichtbar und ermöglicht es auch kommenden Generationen, sich ein Bild davon zu machen, wie sich Ettenheim und die Region entwickelt haben.