"Die Situation in der Ukraine ist für die Menschen nach wie vor eine riesengroße Herausforderung", erklärt Bürgermeister Bruno Metz, der dieser Tage gemeinsam mit Gemeinderat Wolfgang Kratt und dem früheren Ratsmitglied Kristian Herdick die ukrainische Solidaritätspartnergemeinde Vilkhovetska besucht hat. Es war der zweite Besuch einer Ettenheimer Delegation nach 2024. Anlass war unter anderem die Grundsteinlegung für ein Feuerwehrhaus, das im Rahmen des Förderprogramms "Nachhaltige Kommunalentwicklung" durch Partnerschaftsprojekte NAKOPA vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gefördert wird. Bisher rückt die Feuerwehr aus der 25 km entfernten Kreisstadt an.
Die Region Transkarpatien ist Ziel vieler Binnenflüchtlinge. Über 250.000 kamen in die südwestliche Region des Landes mit zusammen 1,2 Millionen Einwohnern; eine Herausforderung für alle, insbesondere Wohnraum zu schaffen.
Mehrere Unternehmen haben ihre Tätigkeit vom Kriegsgebiet im Osten des Landes in den Westen verlagert. Arbeitsplätze gibt es. In zahlreichen Begegnungen mit Menschen wurde deutlich, dass die Ukrainer in allen Altersgruppen für ihre Freiheit kämpfen. Selbst in den Schulen gibt es ein Unterrichtsfach zum Thema Militär und Erste Hilfe. Sichtbar wurde, dass die Menschen sich nun mehr mit der Kriegssituation arrangieren. Verstärkt wurde auch der intensive landwirtschaftliche Anbau, da zahlreiche Felder im Osten des Landes verwüstet sind. Spürbar wurde, wie sehr der Krieg die Menschen solidarisiert. Sie führen den Kampf für Freiheit und Demokratie und gegen Knechtschaft unter russischer Knute. Zahlreich waren die Kontakte zur Bevölkerung, über Schulen, Feuerwehr, kommunalpolitische Akteure wie Bürgermeister Mykhailo Tsiryk, der auch in der Region sehr geachtet ist. In der Bezirkshauptstadt Uschhorod empfing der Gouverneur der Region Myroslav Biletsky die Ettenheimer Delegation und Bürgermeister Bruno Metz erhielt eine Auszeichnung des transkarpatischen Gouverneurs für den engagierten Einsatz für die internationale Zusammenarbeit sowie die Unterstützung der Ukraine.
Wie schon vor eineinhalb Jahren sitzen Trauer und Lebensfreude in der Ukraine oft unmittelbar nebeneinander. Inzwischen ermutigt der Präsident, wieder Feste zu feiern, um den Menschen wieder andere Erfahrungen als die von Leid und Krieg zu vermitteln. Auf jedem Friedhof stehen an Gräbern von gefallenen Soldaten Flaggen. Die Verluste der Ukrainer waren insbesondere in den ersten beiden Jahren sehr groß. Seit sie bessere internationale Unterstützung bekommen, sind es weniger Gefallene, wie auch aus den zahlreichen Gedenktafeln, die in jedem Ort stehen, abzulesen ist.
"Die persönliche Begegnung ist entscheidend, wenn wir die Menschen in der Ukraine in ihrer schwierigen Situation verstehen möchten. Das Land ist schön. Das Land hätte alle Voraussetzungen für eine gute nachhaltige Entwicklung und zu den westlich und südlich angrenzenden Ländern gibt es traditionell gute Beziehungen."
Über die Partnerschaft und vor allem mit Hilfe des Bundes konnten inzwischen drei Feuerwehrfahrzeuge, kommunale Maschinen, Solaranlagen, die eine gewisse Autarkie für einzelne Gebäude sicherstellen, in die ukrainische Partnergemeinde geliefert werden. Nach wie vor zielt die russische Armee auf Infrastruktur, insbesondere im Osten, teilweise auch im Westen des Landes. Neben Anlagen der Strom- und Wärmeversorgung sind immer wieder Hilfseinrichtungen Ziele der Angriffe. Bruno Metz versicherte, dass der Gemeinderat wie auch die Bevölkerung Ettenheims hinter der Hilfe für die Ukraine stehe. Inzwischen werden in der Ukraine verstärkt auch Partnerschaften zwischen Städten im Westen mit Städten im Osten nahe der Front geschlossen. Zahlreiche Hilfslieferungen, die den Westen erreichen, werden direkt an die von russischen Angriffen besonders stark betroffenen Bereiche weitergeleitet. Ettenheim wird die Partnerschaft auch künftig aktiv weiterführen und weitere Projekte zur Unterstützung der Menschen auf den Weg bringen, so die Zusage der Ettenheimer Delegationsteilnehmer.