Breitbandausbau in Ettenheim: Geförderter Ausbau ab 2027 geplant
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Gemeinderat informiert sich über aktuellen Stand des Glasfaserausbaus / Telekom plant eigenwirtschaftlichen Ausbau in den Innenbereichen mehrerer Ortsteile.
Der Glasfaserausbau in Ettenheim schreitet weiter voran: In der Sitzung des Gemeinderats am vergangenen Dienstag informierte die den Ausbau in der Region koordinierende Breitband Ortenau GmbH & Co. KG (BOKG) über den aktuellen Stand des geförderten Breitbandausbaus in der Stadt. Darüber hinaus stellte die Telekom ihre Planungen für einen eigenwirtschaftlichen Ausbau in Teilen des Gemeindegebiets vor.
Wie die BOKG mitteilte, ist die Genehmigungsplanung nahezu abgeschlossen. Nach finaler Abstimmung mit der Telekom wird aktuell die Ausschreibung für den Netzbau vorbereitet. Im vierten Quartal 2026 ist eine Bürgerveranstaltung gemeinsam mit dem Netzbetreiber vorgesehen, bei der die Bürgerinnen und Bürger umfassend über den Ausbau informiert werden sollen. Der Baubeginn ist aktuell für Anfang 2027 vorgesehen, die Fertigstellung soll bis Ende 2029 erfolgen.
Im Rahmen des geförderten Ausbaus sollen insgesamt 143 bislang unterversorgte Adressen in Außenlagen mit Glasfaser erschlossen werden. Die Gemeinde wird zukünftig über einen eigenen Zugangspunkt in das Kernnetz des Netzbetreibers und redundant über Schuttertal angebunden. Dadurch soll eine besonders ausfallsichere Versorgung gewährleistet werden. „Mit dem hybriden Ausbaumodell verfolgen wir weiterhin das Ziel, möglichst viele Gebäude in Ettenheim mit leistungsfähiger Glasfaserinfrastruktur zu versorgen“, sagte Josef Glöckl-Frohnholzer, Geschäftsführer der Breitband Ortenau. „Während die Fördermittel gezielt in den schwer erschließbaren Außenlagen eingesetzt werden, ergänzen eigenwirtschaftliche Investitionen den Ausbau in den verdichteten Innenbereichen.“
Zuvor hatte sich das Telekommunikationsunternehmen Unsere Grüne Glasfaser (UGG) aus dem eigenwirtschaftlichen Ausbau in Ettenheim zurückgezogen. Darüber wurde die Breitband Ortenau im März informiert. Betroffen sind die Kernstadt sowie die Ortsteile Münchweier, Ettenheimmünster und Altdorf. Im Rahmen des Markterkundungsverfahrens hatte die UGG ursprünglich angekündigt, insgesamt 3149 Adressen eigenwirtschaftlich auszubauen. Bürgerinnen und Bürger, die bereits Verträge für einen Glasfaseranschluss abgeschlossen hatten, wurden direkt durch die jeweiligen Anbieter – O2 beziehungsweise Stiegeler IT – über das weitere Vorgehen informiert. In diesem Zusammenhang verwies die Breitband Ortenau zudem auf aktuelle Hinweise zum Verbraucherschutz und zu Kündigungsrechten bei Glasfaserverträgen.
Gleichzeitig gibt es neue Perspektiven für den Ausbau in Ettenheim: Die Telekom hat sich im Rahmen des jährlich stattfindenden Markterkundungsverfahrens im Branchendialog zu einem eigenwirtschaftlichen Ausbau bekannt. Dabei sollen unter anderem auch Gebäude in Wallburg und Ettenheimweiler mit Glasfaser versorgt werden; in beiden Ortsteilen ist eine Mitverlegung vorgesehen. Der Baustart für den eigenwirtschaftlichen Ausbau durch die Telekom könnte bereits im Jahr 2026 erfolgen.
„Wir begrüßen es sehr, dass die Telekom den eigenwirtschaftlichen Ausbau in Ettenheim übernimmt und damit neue Perspektiven für eine schnelle und flächendeckende Glasfaserversorgung schafft. Gerade nach dem Rückzug der UGG ist das ein wichtiges Signal für unsere Bürgerinnen und Bürger sowie für die weitere digitale Entwicklung unserer Stadt und ihrer Ortsteile. Wichtig ist jetzt, dass die Unternehmen zügig den Ausbau angehen und für die Bürger verbindliche Zeitpläne einhalten“, so Bürgermeister Bruno Metz dazu.
Der Glasfaserausbau ist das größte Infrastrukturprojekt in der Geschichte des Ortenaukreises. Insgesamt sollen in den kommenden Jahren rund 121000 Gebäude im Landkreis an das Glasfasernetz angeschlossen werden. Ziel ist es, durch die Kombination aus gefördertem und eigenwirtschaftlichem Ausbau eine möglichst flächendeckende Versorgung mit gigabitfähiger Infrastruktur zu erreichen. Der Ausbau in der Ortenau macht gute Fortschritte: Die sogenannte Homes-Passed-Quote liegt bereits bei 52 Prozent. Das bedeutet, dass bei mehr als der Hälfte aller Gebäude das Glasfaserkabel bereits in der Straße liegt und ein Anschluss ans Netz technisch kurzfristig möglich wäre. Bis 2027 soll eine Homes-Passed-Quote von 70 Prozent erreicht werden, der vollständige Ausbau aller bislang unterversorgten Gebäude soll bis 2031 abgeschlossen sein.