Wer aus einem anderen Land nach Deutschland kommt, um hier zu leben und zu arbeiten, steht oft vor vielfältigen Herausforderungen: Wie ist der Zugang zu Beruf, Schule und Kindergarten, zum Gesundheitswesen oder zu Einrichtungen der Daseinsvorsorge organisiert? Wo kann ich die deutsche Sprache erlernen? Welche Behörden oder sonstige Einrichtungen muss ich kontaktieren?
Bei all diesen sowie weiteren migrationsspezifischen Fragen sind die Träger der Migrationsberatung für Erwachsene (MBE) und der Jugendmigrationsdienste (JMD) kompetente Anlaufstellen. Sie beraten im Auftrag des Bundes in allen Fragen, die das Einleben in Deutschland betreffen. Die Angebote der JMD sind speziell auf die Belange von Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis zum Alter von 27 Jahren, die nicht mehr schulpflichtig sind, zugeschnitten. Den jungen Menschen soll der Einstieg in das neue Lebensumfeld und in ihre neue Heimat durch altersgerechte Begleitung erleichtert werden. Demgegenüber sind die MBE auf die Themen spezialisiert, mit denen Frauen und Männer, Familien, Alleinerziehende oder Senioren konfrontiert sind. Träger der MBE und JMD sind die Arbeiterwohlfahrt, der Deutsche Caritasverband, das Diakonische Werk der Evangelischen Kirchen in Deutschland, der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband, das Deutsche Rote Kreuz, die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland sowie der Bund der Vertriebenen. Die Beratung ist kostenfrei.
In den meisten Stadt- und Landkreisen sowie vielen Städten und Gemeinden gibt es weitere zentrale Ansprechpersonen für Integration beziehungsweise Integrationsbeauftragte. Das Land Baden-Württemberg fördert kommunale Integrationsbeauftragte, die die Entwicklung und Stärkung nachhaltiger Strukturen im Bereich Integration in den Kommunen unterstützen.
Das Land hat darüber hinaus flächendeckend das Integrationsmanagement in Baden-Württemberg etabliert. 1.200 Integrationsmanagende beraten Geflüchtete in der Anschlussunterbringung durch zielgerichtetes Case-Management und wirken so auf eine Stärkung ihrer Selbstständigkeit hin. Die Integrationsmanagenden vermitteln zu Regeldiensten, geben Auskunft über lokale Integrationsprojekte geeignete Angebote oder geben wertvolle Tipps zur jeweils individuellen Integration. Die Kontaktdaten sind in der Regel auf der Homepage der jeweiligen Stadt, der Gemeinde oder des Landratsamtes eingestellt. Seit Einführung im Jahr 2017 haben die Integrationsmanagenden und die lokalen Institutionen, für die sie arbeiten, ihre Erfahrung und Expertise in der Integrationsberatung für Geflüchtete weitergegeben und leisten eine unverzichtbare Arbeit.
Im Mittelpunkt jeder Beratung steht immer die jeweilige Lebenssituation. Häufig kann schon ein Beratungsgespräch zielführend sein, außergewöhnliche Situationen können aber auch eine mehrmonatige Begleitung erforderlich machen. Wo es dienlich erscheint, wird der Kontakt zu den zuständigen Behörden oder den Fachberatungsstellen (Regeldienste) vermittelt.