Jubiläumswochenende bringt ganz Wallburg auf die Beine

800 Jahre Wallburg: Ein Fest für Geschichte, Heimat und Gemeinschaft

Musikkapelle Wallburg beim Einmarsch zum großen Zapfenstreich
Bildquelle: Sandra Decoux

Wallburg hat sein 800-jähriges Bestehen mit einem besonderen Festwochenende gefeiert. Unter dem Motto „Heimat, Geschichte und Gemeinschaft“ kamen zahlreiche Besucherinnen und Besucher zusammen, um gemeinsam auf die Geschichte des Ortsteils zurückzublicken und die lebendige Dorfgemeinschaft zu feiern.

Den Auftakt bildete am Samstag ein beeindruckender Sternmarsch, bei dem die Ettenheimer Musikkapellen aus verschiedenen Richtungen zum gemeinsamen Ziel auf dem Festhallenvorplatz marschierten. Dort vereinte sich die Musik zum gemeinsamen Spiel der „Ode an die Freude“.

Ortsvorsteherin Marion Ibert machte in ihrer Begrüßung deutlich, dass das Jubiläum ganz bewusst als Fest von Wallburg für Wallburg gestaltet worden sei. Schirmherr Bürgermeister Bruno Metz blickte in seiner Laudatio auf die Geschichte des Ortes zurück und erinnerte unter anderem an die Wallburger, die sich einst beharrlich gegen die Abgabe des Zehnten an das Kloster Ettenheimmünster gewehrt hatten. Diese Beharrlichkeit, so Metz, zeichne die Wallburger bis heute aus. Auch Landesministerin Marion Gentges überbrachte Glückwünsche zum Jubiläum.

Ein besonderer Höhepunkt des ersten Festtages war der Große Zapfenstreich, den die Musikkapelle Wallburg unter der Leitung von Dirigent Bernd Oswald bei Einbruch der Dämmerung aufführte. Mit einer Serenade, besonderen musikalischen Wünschen und dem stimmungsvollen Abschluss mit „Ich bete an die Macht der Liebe“ sowie der deutschen Nationalhymne sorgte die Aufführung für Gänsehautmomente und langanhaltenden Applaus.

Mit dem Fassanstich durch Ortsvorsteherin Marion Ibert ging der offizielle Teil in einen geselligen Festabend über. Auch der Sonntag stand ganz im Zeichen der Wallburger Geschichte und Gemeinschaft. Nach einem ökumenischen Gottesdienst in der Kirche St. Arbogast gab der Schindelmacher Josef Kienzler vom Freilichtmuseum Vogtsbauernhof Einblicke in ein Handwerk, das eng mit der Geschichte Wallburgs verbunden ist. Als Erinnerung an das Jubiläum konnten personalisierte Holzschindeln erworben werden, die künftig an der Grünen Begegnungsstätte angebracht werden sollen.

Für musikalische Unterhaltung sorgte der Musikverein Schmieheim mit einem Frühschoppenkonzert. Am Nachmittag folgten ein eigens für das Jubiläum gegründeter Projektchor, Tanzvorführungen der Gruppen Crazy Frogs und Moonlight Girls sowie weitere Programmpunkte.
Ein besonderer Höhepunkt war das Musical „800 Jahre Wallburg“. Johanna Stark und Markus Albu hatten die Geschichte des Ortes kindgerecht für die Bühne aufbereitet. In einer Zeitreise begegneten die jungen Darstellerinnen und Darsteller wichtigen Stationen der Wallburger Geschichte – von der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1226 über die Schindelherstellung bis hin zum historischen Widerstand gegen den geforderten Zehnten.

Auch historische Schätze kamen beim Jubiläum nicht zu kurz. Bei der Auktion „800 Jahre Dorfgeheimnisse“ wurden besondere Relikte aus der Wallburger Geschichte versteigert. Der Erlös kommt der Gestaltung der Grünen Begegnungsstätte zugute. Eine Fotoausstellung unter dem Titel „Wallburg im Wandel der Zeit“ sowie der Heimatmarkt „Made in Wallburg“ mit regionalen Handarbeiten und Produkten rundeten das Jubiläumsprogramm ab.

Wallburg blickt auf eine lange Geschichte zurück: Im Jahr 1226 wurde der Ort unter dem Namen „Valberc“ erstmals urkundlich erwähnt. Über verschiedene Herrschaften kam Wallburg 1803 zu Baden. Im Zuge der Gebiets- und Kreisreform schloss sich die Gemeinde schließlich der Stadt Ettenheim an. Historisch geprägt war der Ort unter anderem durch die Schindelmacherei und die Sandsteinbrüche.
Das Jubiläumswochenende zeigte eindrucksvoll, wie lebendig diese Geschichte bis heute ist. Vor allem aber wurde deutlich, wie viel Gemeinschaft in Wallburg steckt. Ortsvorsteherin Marion Ibert brachte ihre Freude über das gelungene Fest auf den Punkt: „Ich bin so stolz auf Wallburg und seine Menschen.“

Fotos: Ortsverwaltung Wallburg und Sandra Decoux

(Erstellt am 29. September 2026)