Mühlenweg

Schon 1721 sieben Mühlen

Die Stadtmühle (um 1970): Liegt zwar nicht am Mühlenweg, ist aber die heute einzig verbliebene aktive Mühle in der Kernstadt
Foto: Nachlass Oehler

Mittelmüller, Fuchsmüller …

Mit dem „Mühlenweg“ haben die Ettenheimer Stadtväter einem früher in der Stadt stark vertretenen Handwerk ihre Reverenz erwiesen. Urkunden weisen schon 1721 sieben Mühlen nach, dieselbe Zahl ist auch noch für die Zeit vor dem 1. Weltkrieg nachgewiesen. Ältere Ettenheimer sprechen von den heutigen Bewohnern der früheren Mühlen noch immer vom „Mittelmüller“ oder vom „Fuchsmüller“, wenngleich die heutigen Familien mit der ursprünglichen Nutzung ihres Anwesens rein gar nichts mehr zu tun haben. Ein eindrucksvolles Zeugnis der früheren Nutzung findet sich indes noch heute in der „Fuchsmühle“ mit dem noch heute erhaltenen Mühlhaus mit einer Wasserturbine, die eine Dreschmaschine antrieb. Der Mühlenbetrieb wurde allerdings in den Fünfzigerjahren des 20. Jahrhunderts eingestellt.

In der Kernstadt selbst gibt es inzwischen allein noch die Stadtmühle in der Alleestraße, eine Kornmühle, in der sich die Kunden gerne des breiten Mehlsortiments bedienen, das dort gemahlen wird. Geschichtsforscher gehen davon aus, dass es sich bei der 1325/1330 beurkundeten „Bischofsmühle“ um die heutige Stadtmühle handelt.

Jedem, der von Westen über die L 103 (Rheinstraße) in die Stadt einfährt, springt am Stadteingang die wunderschön restaurierte und inzwischen für Wohn- und Praxisräume genutzte Belzmühle ins Auge. Ältere Ettenheimer erinnern sich noch „gut“ an die beißenden Düfte der ehemaligen Loh- oder Gerbermühle.  Dagegen führt die Holzmühle weiter westlich, jenseits der B 3, heute ein regelrechtes Dornröschenschlaf-Dasein, seit die westliche Stadteinfahrt neu angelegt wurde und weit an ihr vorbeiführt.

Wann der Mühlbach angelegt wurde, über den man in früherer Zeit das Wasser der Heilbadquelle in Ettenheimweiler beispielsweise zur Riedmühle im Südosten der Stadt heran leitete, vermochten die Geschichtskundler bisher nicht zu belegen. Entweder lagen die Mühlen am „Alten Bach“, wie die Unditz, später der Ettenbach in frühen Jahrhunderten genannt wurde, oder eben am Mühlbach.

Zurecht begeht man – angesichts der früheren Bedeutung des Mühlenhandwerks – in Ettenheim noch jedes Jahr am Pfingstmontag den Mühlenwandertag. Auf dem als Spaziergang von der Kernstadt ins Tal angelegten Mühlenwanderweg geht es von der Kernstadt mit verschiedenen Stationen bis zur Sägemühle Weisbach und der Hummelmühle nach Ettenheimmünster. Dabei erfährt man aus berufenem Munde viel Interessantes über das Leben der Müller früher wie heute.

Quellen:
Dr. Robert Furtwängler: „Von sieben Mühlen blieb nur die Stadtmühle“ in: Ettenheimer Heimatbote 24.9.1994
Informationen der Familie Kratt, die die Fuchsmühle bewohnt (2020)

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