Wallfahrtskirche St. Landelin

Eine große Wallfahrtskirche erhebt sich heute an der Stelle, wo sich der irisch-schottische Missionar Landelin im 7. Jahrhundert in einer Einsiedelei niedergelassen hat.

St. Landelin zählt zu den schönsten Barockkirchen am Oberrhein und birgt wertvolle Kunstschätze, so eine der seltenen Orgeln von Johann Andreas Silbermann aus dem Jahre 1769. In einzigartiger Weise verbinden sich hier vollendeter, strahlender Orgelklang und barocke Architektur zu einer außergewöhnlichen Atomsphäre.

Nach der Legende wurden Jagdhunde in seiner Nähe zahm und unfähig zu jagen. Weil man das für Zauberei hielt, soll er von einem Jäger erschlagen worden sein. Aus dem blutgetränkten Boden seien fünf Quellen entsprungen, deren Wasser bald als Wunder wirkend galt.

Schon kurz nach Landelins Märtyrertod soll die Verehrung des Heiligen begonnen haben. Bischof Eddo von Strassburg hat hier ein Kloster namens „Ettenheim" errichtet. Die später bedeutende Abtei erlebte im Barock ihre Blütezeit, wurde 1803 während der Säkularisation aufgehoben und 1865 endgültig zerstört.

Am Sonntag nach dem Landelinstag, dem 22. September, gibt es in der Wallfahrtskirche einen Festgottesdienst mit anschließender, großer Reiterprozession, in der die silbergetriebene Landelinsbüste aus dem Jahr 1506 mitgetragen wird. Im Zentrum der Wallfahrt steht auch die heilende Quelle bei der Kirche.

Die Silbermann-Orgel

Die Silbermann-Orgel wurde 1769 für die Benediktiner-Abtei Ettenheimmünster gebaut und nach der Auflösung des Klosters im Jahr 1804 in die Pfarrkirche St. Landelin gebracht, wo sie noch heute ihren Dienst bestens verrichten kann. 1964 wurde die Orgel restauriert und Abänderungen vom Umbau 1872 rückgängig gemacht. Das Instrument gilt als eine der bedeutendsten Orgeln Süddeutschlands. 2019 wird die Orgel 250 Jahre alt.