Im Kretzenbach

Alter Flurname: Krentzenbach

Die Postkarte (um 1900) zeigt die Lammbrauerei, die damals ihr Wasser vom Kretzenbach bezog. Heute befindet sich in dem Gebäude in der Neumannstraße das Malergeschäft Bildstein. (Wir danken Martin Bildstein, der uns das Bild aus seinem Archiv zur Verfügung gestellt hat.)

Fast unsichtbar

Heute sieht man den Kretzenbach kaum noch. Er ist vom Stadtrand bis zum Brunnen am oberen Tor verdolt. Sein Abfluss mündet in den Gewerbekanal (auf der Höhe der Brücke in der Alleestraße). Das war nicht immer so. Wer in den 1950iger Jahren in der Neumannstraße aufgewachsen ist, erinnert sich noch, dass der Bach erst auf der Höhe der Kahlenberggasse in Dolen verschwand. Bis dahin war es ein Bächlein, das das ganze Jahr Wasser führte und sich wunderbar zum Gumpen-Bauen eignete. Und wenn es mal stärkere Niederschläge gab und die Kanalisation all das Wasser nicht mehr aufnehmen konnte, stand es in diesem Bereich auf der Straße.

Und woher hat der Kretzenbach seinen Namen? Das hat der Heimathistoriker Kewitz herausgefunden. Nach seinen Forschungen hat es im 14. Jhdt. in Ettenheim eine begüterte Sippe „Krantz“ gegeben. Ihr Landbesitz entlang des Baches führte zu dem Namen „Krentzenbach“, aus dem im Laufe der Zeit „Kretzenbach“ wurde.

Im Mittelalter versorgte der Kretzenbach ebenso wie der Pfaffenbach den Stadtgraben (vor der doppelten Stadtmauer) mit Wasser.
1899 wurde die Kretzenbachquelle dem Lammwirt überlassen, der sie für seine Bierbrauerei im heute noch bestehenden Anwesen, Neumannstraße 2, vor dem Oberen Tor nutzte. Nach dem ersten Weltkrieg kaufte die Stadt die Quelle zurück und leitete deren Wasser bis in die 1930er Jahre direkt in die städtische Trinkwasserversorgung.

Quellen:
Udo Schneider: Alter Hochbehälter auf dem Kirchberg - Hundert Jahre Wasserversorgung der Stadt Ettenheim (Geroldsecker Land, Heft 43 - 2001) Seite 72-77
Weitere Quellenangaben wie auch der Verweis auf alle anderen Straßen, die mit Wasser zu tun haben, findet man Im Osterbach

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