Undizstraße

Undiz oder Unditz – alte Bezeichnung für den Ettenbach

Foto: SigSchul

„Blos ein kleiner Wasserstrohm“

Der Wasserlauf, der das Ettenheimer Münstertal entwässerte, wurde in früheren Jahrhunderten Unditz genannt (seltener verwendete Schreibweise: Undiz). Wie früher alle Schwarzwaldrandflüsse bog die Unditz beim Austritt in die Rheinebene scharf nach Norden ab, mäandrierend und Feuchtgebiete bildend, an Altdorf und Mahlberg vorbei. Ihr alter Lauf ist bei Kürzell heute noch als Unditz erhalten. So ist sicherlich auch zu erklären, dass ein Autobahnrastplatz in jenem Bereich ihren Namen trägt.

Die alte Unditz stellte Ettenheim immer wieder vor Probleme.  Heftige Regenfälle überforderten immer wieder die Aufnahmekapazität des sonst „blos kleinen Wasserstrohm(s)“ (alte historische Quelle) und richteten häufig verheerende Überschwemmungen an – ein Problem übrigens, das die Ettenheimer noch bis Ende des 20./Anfang 21. Jahrhundert kannten, ehe mehrere Rückhaltebecken Überschwemmungen der Innenstadt zu vermeiden halfen.

Mit der planvollen Stadtanlage von Ettenheim um 1300 wurde die Unditz im Bereich Ettenheims geteilt. Der neue Bach wurde als Stadtgraben um die Stadt herumgeführt, als Gewerbekanal an sie herangebracht (es waren Gerber im Ort; die Zahl der Mühlen nahm stetig zu). Dazu kam dann die Kanalisierung und westliche Ableitung der Unditz, die schon in der Zeit vor 1400 vorgenommen worden sein muss. Der Bach wurde dann wohl Schritt für Schritt im Laufe der Jahrhunderte von Ettenheim aus in gerader Richtung ausgehoben und zum Rhein weitergeführt, wie viele historische Quellen belegen.

Mit der Straßenbenennung „Undiz“-Straße wollte die Stadt im Jahr2012 an die frühere Bezeichnung des hier direkt vorbei fließenden Ettenbachs erinnern. In einer vorangehenden Erschließungsstraße des Fürstenfelds haben die Menschen ihre Heimat noch „Am Ettenbach“ gefunden.

Der Name Unditz stammt vermutlich aus vorgermanischen Zeiten und kann von Unda (lat. Woge) abgeleitet werden. Wenn man den Wortteil itz als Verkleinerung interpretiert, wäre es eine kleine Welle bzw. Woge.

Quelle:
Hubert Kewitz „Beiträge zur Geschichte Ettenheims und des Südbezirks“, 1989, in „Der Altvater“ – Sieger-Datenbank

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