Tullastraße

Johann Georg Tulla (1770 – 1828)
Bad. Ingenieur – führte im 19. Jh. die Rheinbegradigung durch

Bild aus dem heutigen Naturschutzgebiet Taubergießen: So sah es entlang des Rheins vor dessen Begradigung aus.
Foto: Sigschul

 

In ungezählten Städten,

vor allem entlang des Rheins, sind Straßen nach ihm benannt, Schulen, Türme, Denkmäler. Sie alle erinnern an  d a s  Lebenswerk des in Karlsruhe geborenen und schließlich auf dem Friedhof Montmartre in Paris beerdigten Ingenieurs  Johann Gottfried Tulla  (in Frankreich: Jean Godefroy): die Rheinbegradigung.

Ja, der Rhein. Man hat es in der Schule gelernt: dass der am St. Gotthard in den Alpen entspringende Fluss ursprünglich bis zur Rhône floss, sich mit dieser vereinigte und schließlich ins Mittelmeer mündete; dass er sich später, beim heutigen „Rheinknie“ bei Basel den Weg durch den Grabenbruch von Vogesen und Schwarzwald Richtung Norden bahnte; dass er durch die Breite des „Rheingrabens“ mäandrierte, bei jedem Hochwasser Siedlungen gefährdete und überflutete.

Tulla schaffte dem durch die Rheinbegradigung Abhilfe, bekämpfte damit zugleich das immer wieder grassierende „Sumpffieber“, auch Malaria genannt, ermöglichte neue, sichere Siedlungsflächen, neue Ackerflächen, er ebnete den Weg für die Schiffbarkeit des Rheins. Tulla erlebte die Vollendung der Rheinbegradigung persönlich nicht mehr - er starb – fast möchte man sagen: Ironie des Schicksals - 58jährig an Malaria.  Die Absenkung des Grundwasserspiegels hatte auch negative Auswirkungen und musste durch Renaturierungsmaßnahmen wieder korrigiert werden. Das ändert nichts daran, dass sein Werk hohe Anerkennung fand und er noch zu Lebzeiten zum Ritter der Ehrenlegion ernannt wurde.

Von der Ettenheimer Tullastraße bis zum heutigen Rheinufer sind es genau 9,1 Kilometer. Das Gewerbegebiet hier entlang der Tullastraße: Es braucht die Hochwasser des Rheins heute nicht mehr zu fürchten.

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