Jakob-Dürrse-Straße (Ortsteil Altdorf)

Jakob Dürrse, 1883 – 1958, Wohltäter und Ehrenbürger der Gemeinde

St. Nikolaus Glockenweihe 1952. Quelle: Jörg Sieger: Historische Datenbank Ettenheim

Heimatliebe vergeht nicht

Jakob Dürrse, Ehrenbürger der Gemeinde Altdorf, wurde 1883 in New York geboren. Seine Eltern stammen beide aus Altdorf und Jacob hat als Kind viele Ferientage hier bei seinen Großeltern verbracht. Für die Reise gab es um 1900 noch keine Flugverbindung. Jacob und seine Familie mussten mit dem Dampfschiff reisen. Allein die Schiffspassage von New York nach Cuxhaven dauerte mindestens eine Woche!

Durch diese Aufenthalte in der alten Heimat der Eltern entstand eine lebenslange, enge Verbindung zu Altdorf. Nachdem er in New York als Textilkaufmann erfolgreich war, wurde er zum großzügigen Wohltäter. Das Altdorfer Ortssippenbuch berichtet dazu:

„Zwei Kriege unterbrachen seine Besuche. Doch als der letzte Krieg zu Ende war, vergaß Jakob seine alte Heimat nicht. Das ganze Dorf hat er in der Notzeit mit Lebensmitteln versorgt. Waggonweise kamen die Pakete hier an.“

Nachdem auch die Altdorfer gezwungenermaßen im Krieg die größeren Glocken als kriegswichtigen Rohstoff abgeliefert hatten, sorgte Dürrse dafür, dass Altdorf 1952 als eine der ersten Gemeinden der Region wieder ein vollständiges Kirchengeläut erhielt.
Auf der größten Glocke ist eingraviert: Mich hat gestiftet Jacob Dürrse - New York, zum Gedächtnis an seinen Großvater Jakob Birkle (1834-1908) "Wo Liebe wohnt, ist Gottes Segen"

Eine weitere trägt die Inschrift: Mich hat gestiftet der Kirche zu Altdorf Jacob Dürrse
New York, zur Erinnerung an seine Eltern Pius Dürrse (1866-1927) und Genoveva geb. Birkle (1869-1944) "Heimatliebe vergeht nicht"

Die beiden anderen wurden von ihm den Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkrieges gewidmet.

Dankbar waren ihm die Altdorfer auch für die neue Kirchenheizung und das Volksbad (eingerichtet im heutigen Kindergarten). Nach dem Zweiten Weltkrieg war eine Dusche oder Badewanne im eigenen Haus für die meisten noch ein unvorstellbarer Luxus.

 

Mit der Albert-Beck-Straße und Joseph-Greber-Straße sind zwei weitere Straßen nach Altdorfer Auswanderern benannt. Albert Dürrse nimmt in der Reihe eine Sonderstellung ein. Er war Altdorf tief verbunden, obwohl er im Gegensatz zu den anderen eigentlich als Amerikaner auf die Welt kam. 

Jacob Dürrse hat die Kirchengemeinde gebeten, immer am Tage des Heiligen Jakobus die Glocken zu läuten. Und so hört man noch heute am 25. Juli das Geläut von St. Nikolaus zu Ehren von Jakob Birkle, dem Großvater von Jakob Dürrse.

Quellen:
Köbele. Ortssippenbuch Altdorf, 1976 S. 131

https://www.badische-zeitung.de/ettenheim/strassennamen-erzaehlen-die-heimat-nie-vergessen--74826533.html

Kath. Kirchengemeinde Altdorf, 200 Jahre St. Nikolaus - Pfarrkirche zu Altdorf (Ettenheim 1983) S.19

Die Quellenangaben zu den Glocken sind widersprüchlich. Vermutlich wurden sie 1951 gegossen und 1952 installiert.

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