Ettikostraße

Ettiko II., Herzog, gest. um 712/15

„Der Schläfer“, der der Ettikostraße früher den Namen gab
Foto (2010): F.J.Henninger

„… komplizierte Quellenlage“

Schon im 7. und 9. Jahrhundert spielte die „marcha Ettenheim“ eine Rolle. Sie war im Besitz des Herzogsgeschlechts der Ettikonen. Der in den Quellen wenig greifbare Herzog Ettiko II. (gest. um 712/15) gilt dabei als Gründer der Stadt Ettenheim, den nach ihm bzw. nach seinem Sohn, Bischof Etto von Straßburg (geboren um 697; gestorben am 8. März 776) benannt wurde.

Letzterer wurde auch als erster Abt des Klosters Ettenheimmünster gezählt. An Bischof Eddo erinnert in Ettenheim auch die Figur im Giebel des Rathauses. Neben dem Bischofsstab hielt dieselbe früher in der andern Hand vermutlich ein Schwert – Zeichen der kirchlichen und weltlichen Macht der damaligen Bischöfe. Das Gebäude zu Füßen der Figur könnte ein Hinweis auf seine Klostergründung in Ettenheimmünster sein.

Die Ettikostraße hieß früher „Schläfergass“. Diesen Namen verdankte die Straße der Figur des „Christus im Grabe“, die im auf das Jahr 1169 datierten Haus in der Ettikostraße 3 eingelassen ist. Die gotische Figur entstammt möglicherweise einem „Heiligen Grab“ in der alten Ettenheimer Kirche, die im Barock durch die neue Pfarrkirche ersetzt wurde.

Ein Gastbeitrag von Dr. Jörg Sieger, Herausgeber der Historische Datenbank Ettenheim

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