Thomasstraße

Benannt nach dem Ettenheimer Vogt aus dem 14. Jhdt.

1834 wurde das Thomastor auf Abbruch versteigert. Mit den Steinen des Tores wurde dieses Haus in der Thomasstraße gebaut. Das Wappen stammt vom abgerissenen Tor. Der Bauherr hat es ergänzt durch seine Initialen und die seiner Frau sowie durch die Jahreszahl 1834, die sowohl das Jahr des Turmabrisses wie auch das Jahr des Hausbaues angibt.
Foto: Sigschul

Aus Dume wird Thomas

Geht man die Thomasstraße westwärts, kommt man durch das Ringsheimer Tor. Hier stand bis 1834 das Thomastor. Verlässt man die Kernstadt weiter Richtung Westen, zweigt rechts die Thomasbreite ab. Dreimal Thomas. Die Thomasstraße war früher die „thoman thorgaß“, das Thomastor wurde „Dumethor“ genannt und auch im überlieferten Namen der Thomasbreite steckt der Name „Dume“. Und Dume war für die Stadtentwicklung von Ettenheim ein Vogt von besonderer Bedeutung. Er war anfangs des 14.Jhdts. im Amt, wie Akten von 1325/1330 beweisen, in denen sein Name mehrfach auftaucht.  Er gilt als der Erbauer der Stadtbefestigungen, zumindest ist in seiner Amtszeit wohl damit begonnen worden. Sein Amtssitz befand sich vermutlich in der Thomasstraße. Weitere Einzelheiten zu seiner Person sind uns nicht bekannt. Schön, dass die Erinnerung an ihn lebendig bleibt. Und dafür muss man wissen, dass mit Thomas eigentlich Wernher Dume gemeint ist.

Quellen:

Kewitz, Hubert: Ettenheim vor und nach der Stadtwerdung, in:
Die Ortenau - Veröffentlichungen des Historischen Vereins für Mittelbaden (60/1980), Seite 78-99

Harden-Rauch, Philipp: Ettenheim - Aus der Geschichte seiner Türme und Tore (Geroldsecker Land, Heft 15 - 1973 Seite 175-184)

Und wer wissen will, was es mit den „Zahnbürsten“ am Ringsheimer Tor auf sich hart, wird hier fündig:
https://www.badische-zeitung.de/ein-sinniges-denkmal-fuer-die-hoorig--186086723.html

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