Das Leben und Sterben des hl. Landelin nach der Legende
Die Legende hat folgenden zeitgeschichtlichen Hintergrund: In Großschottland, dem heutigen Irland, hatte der hl. Patrick († 461) eine außerordentlich große und erfolgreiche Missionstätigkeit entfaltet. Bereits im 5. Jahrhundert stand dort das Christentum in so hoher Blüte, daß Irland „die Insel der Heiligen" genannt wurde. Seine Bewohner haben es mit der Erfüllung der Forderungen des christlichen Glaubens sehr ernst genommen. Die einen suchten in der Ehe nach Gottes Willen zu leben und das christliche Familienideal in ihrer ehelichen Gemeinschaft und in ihrer Kindererziehung möglichst treu zu erfüllen. Sehr viele wollten aber Gott noch eifriger und inniger dienen. Sie glühten für das Ideal der christlichen Vollkommenheit. Die einen von ihnen zogen sich in irgend einen Waldwinkel zurück und führten in der Einsamkeit ein strenges Büßer- und Einsiedlerleben. Andere suchten das Gemeinschaftsleben eines Klosters auf und strebten dort nach Vollkommenheit. Bald war ganz Irland und auch das heutige Schottland von Klöstern förmlich übersät. Schließlich wurde diesen iro-schottischen Mönchen und Einsiedlern ihre Inselwelt zu eng. Schon im 6. Jahrhundert pilgerten viele von ihnen nach Rom. Wanderlust und Unruhe zu Gott drängte sie nach Ausbreitung ihrer religiösen Inbrust, nach Missionierung. Das Verlangen, für Christus den Herrn Seelen zu gewinnen, und auf der anderen Seite Liebe zur Einsamkeit trieb sie hinaus über die See, trieb sie vor allem zum germanischen Festlande. Bis zum 12. Jahrhundert hörte der Zustrom iro-schottischer Glaubensboten und Einsiedler nie mehr ganz auf.

Der Text über die Legende des hl. Landelin wurde dem in meinem Besitz befindlichen Wallfahrtsbüchlein (1949)
von Pfarrer Robert Merkle entnommen

Der Text über die Decken-Bilder in der Wallfahrtskirche St. Landelin Ettenheimmünster
wurde mit Genehmigung von Bernhard Uttenweiler übernommen.

Bernhard Uttenweiler, Landelinus-Ikonographie, In: J. Rest, M. Barth, B. Uttenweiler,
Aufsätze zur Geschichte der südlichen Ortenau und zum Kult des hl. Landelin von Ettenheimmünster.
Ettenheim 1986, S. 159-293