Im Marbach

Arrebach

Im Marbach werden noch heute Reben angebaut, wie schon vor mehr als 700 Jahren, als im Marbach die größte Rebfläche Ettenheims lag.
Foto: H.-J.Gorny (2008)

Rätsel

Der Name Marbach ist weitverbreitet, sowohl als Gewässer- wie auch als Ortsname. Häufig wird seine Bedeutung mit einem Feuchtgebiet (Maar) in Verbindung gebracht. Würde in unserem Fall durchaus Sinn machen. Wo heute die Äcker bis an den Graben heranreichen, war früher ein Schilfgürtel.

Eine weitere Deutung sieht die Verbindung zu „Mark“, also Grenzland. Dann wäre der Bach sozusagen ein Grenzbach. Aber wo ist im Marbach eine Grenze? Diese Bedeutung also ausschließen? Nicht unbedingt. Heimathistoriker Kewitz berichtet davon, dass der Marbach früher auch mal Margbach geheißen hat. Also doch eine – heute vergessene – Grenze?

Wir wissen es nicht. Noch komplizierter wird die Geschichte dadurch, dass alle alteingesessenen Ettenheimer unisono sagen: „Im Marbach sagt bei uns kein Mensch. Das heißt Im Arrebach!“ Wunderbar, statt einer Erklärungshilfe noch ein anderer Name, den niemand deuten kann. Oder meinen die beiden Namen gar dasselbe? Die beiden aufeinander folgenden M könnten als Erklärung dienen. Eine spezielle „Ettenheimer Lautverschiebung“?

Es bleibt ein Rätsel. Aber wenigstens können wir mit diesem Erklärungsversuch dafür sorgen, dass die althergebrachte Bezeichnung Im Arrebach bei den kommenden Generationen nicht in Vergessenheit gerät.

1890 beschloss der Stadtrat, den Marbach als Trinkwasserquelle zu nutzen. In dieser Zeit entstand die Quellfassung.
Foto: Sigschul

Quellen:
Kewitz, Hubert: Ettenheimer Weinbau vor 700 Jahren - Im Marbach ältestes Anbaugebiet (Ettenheimer Heimatbote, 25.2.1983)
Das Foto der alten Rebterrassen ist der CD-Bildersammlung entnommen: H.-J. Gorny: Eine Heimat in Südbaden, Stadt und Landschaft Ettenheim in 200 Bildern

Weitere Quellenangaben findet man Im Osterbach

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