An der Holzi

Dieses Wohngebiet steht auf dem ehemaligen Werksgelände der „Holzi“ (Holzindustrie Stoelker GmbH 1922 -1993).
 

Foto: Stoelcker Gmbh

Das Quartier am Ettenbach entstand auf dem ehemaligen Werksgelände der „Holzi“. So wurde von den Ettenheimern die 1922 gegründete Holzfabrik Stoelcker GmbH genannt. Am Anfang produzierte sie Tanzknöpfe und anderes Holzspielzeug. Bald aber stand die Stuhlproduktion im Mittelpunkt (mit einer Zweigniederlassung in Frankenberg/Eder). Mit modernsten Techniken wurden dampfgebogene Stühle hergestellt und unter  dem Markenzeichen „Bombenstabil“ verkauft. Schon in den 30er Jahren brachte man es dabei auf eine Tagesproduktion von 600 Stühlen und Sesseln.

Während des 2.Weltkrieges wurden kriegswichtige Güter wie zum Beispiel Munitionskisten hergestellt. In unserer Quelle heißt es dazu: „Im zweiten Weltkrieg verblieben der Firma, nachdem alle wehrfähigen und dienstverpflichteten Mitarbeiter eingezogen waren, nur noch etwa 80-100 Beschäftigte, darunter viele Rentner und in normalen Zeiten nicht mehr Arbeitsfähige.“

Nach dem Krieg war die Holzfabrik in ihrer Branche einer der Marktführer und hat zum Beispiel das Gästehaus der Bundesregierung „Hotel Petersberg“ bestuhlt. Im Werk Ettenheim waren in den 1970er Jahren 280 Mitarbeiter beschäftigt. Die Stoelcker GmbH war damit für die Stadt ein einflussreicher Arbeitgeber.

1993 musste die Holzi Konkurs anmelden. Seitdem werden in Ettenheim keine Stoelcker-Stühle mehr gebaut. Aber man kann Designklassiker wie den Frankfurter Küchenstuhl inzwischen wieder unter dem Namen Stoelcker kaufen.

Und falls Sie gerade auf einem alten, stabilen Stuhl sitzen, schauen Sie doch mal unter die Sitzfläche. Vielleicht finden Sie ja dort eingebrannt das Stoelcker-Stuhl-Logo ...

Foto Sigschul

Quelle: Ernst Schlosser: Aus kleinsten Anfängen heraus - Holzindustrie Stoelcker GmbH - Tisch- und Stuhlfabrik, Ettenheim in Geroldsecker Land – Jahrbuch einer Landschaft (Heft 21 - 1979), Seite 118-125

zurück zur Übersicht