Albert-Beck-Straße (Ortsteil Altdorf)

Albert Beck, 1871-1936, Wohltäter der Gemeinde

Die erste Wallfahrt zur Helgenstöckle-Kapelle 1927, Foto: Walter Haug

Stoff für einen Film

Die Geschichte der beiden Beck-Brüder wäre wahrlich Stoff für einen Hollywoodfilm.

Albert wurde 1871 in Altdorf geboren. Sein Bruder Joseph war nach Amerika ausgewandert. Die Eltern machten sich große Sorgen, weil es keinen Kontakt mehr zu ihm gab; er galt als verschollen. Da entschied sich Albert 1899, ebenfalls in die USA aufzubrechen und nach Joseph zu suchen. Tatsächlich gelang es ihm, seinen Bruder in St. Louis im Staat Missouri ausfindig zu machen. Dort betrieb Joseph mit seiner Frau eine Farm.
Und hier nimmt die Geschichte eine ungewöhnliche Wendung: Albert blieb in Amerika und versuchte sein Glück im Gastronomiegewerbe, schließlich hatte er da Erfahrungen aus Deutschland mitgebracht. Seine weitere Karriere kommt dem Klischee vom Tellerwäscher zum Millionär ziemlich nahe. Er konnte das Hotel, in dem er als Kellner anfing, später kaufen und wurde so zum wohlhabenden Hotelier. Nachdem die Frauen der beiden Brüder innerhalb kurzer Zeit gestorben waren, entschlossen sich diese, nach Altdorf zurückzukehren, Joseph schon 1914, Albert 1925. Die Eltern haben die Heimkehr der verlorenen Söhne nicht mehr erlebt.

Zum Dank für seine glückliche Rückkehr spendete Albert der Gemeinde die Helgenstöckle-Kapelle.

Sein Großvater, Joseph Singler, hatte im Altdorfer Wald 1852 das Gnadenbild von Maria Einsiedeln an einem Baum angebracht, ein „Helgenstöckle“(Bildstöckle), das nun in der Kapelle ein neues Zuhause fand.

Albert Beck starb in Altdorf im Jahre 1936.
Und noch heute findet jedes Jahr, um Mariä Himmelfahrt, eine Wallfahrt zu der Kapelle statt, eine Tradition, die am 15.8.1927 ihren Anfang genommen hat.

Quellen:
Walter Haug: Helgenstöckle Wallfahrt - Albert Beck, Stifter der Helgenstöckle-Kapelle
https://www.kath-ettenheim.de/html/helgenstoeckle_wallfahrt.html

Walter Haug: Albert Beck - Stifter der Helgenstöckle-Kapelle "Mit Kreuz und Kirchenfahnen“ (Ettenheimer Stadtanzeiger, Donnerstag, 16. August 2002) in Jörg Sieger: Historische Datenbank Ettenheim

Joseph Singler hat übrigens mit der Muttergottes, die er im Altdorfer Wald anbrachte, ein Gelübde eingelöst. Doch das ist eine andere Geschichte, nachzulesen in der Mappe, die in der Kapelle ausliegt.

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