Vorbereitungen für großen Sprung nach vorne - Ettenheimer Bürgerenergie im ruhigen Rückblick und drängenden Ausblick

26. Juli 2016

Etwas mehr als 20 Mitglieder haben am Mittwochabend im Winefeldsaal an der Mitgliederversammlung mit entsprechender Beschlussfassung über das Geschäftsjahr 2015 der „ettenheimer bürgerenergie eG“ teilgenommen.  „Ein in sich ruhiges Jahr“, so Vorstand Jörg Bold, „aber wir haben dieses Jahr kräftig gearbeitet, um dann nächstes Jahr im Bürgerwindpark engagiert dabei zu sein.“

Die Zahlen im Einzelnen zeigen eine gleichbleibende Aktivität, der Ertrag ist kleiner geworden, da im Vorjahr Vorwegeinnahmen  jetzt 2015 als aktuelle Kosten angefallen sind. Der  Grundsatzentscheidung, den Mitgliedern weiterhin 3 Prozent Dividende auf das eingezahlte Kapital zu vergüten, wurde  einstimmig zugestimmt. Dafür konnten nur 500 Euro in die Rücklagen verbucht werden. Aufsichtsratsvorsitzender Bruno Metz hatte die Versammlung, zu der ordnungsgemäß eingeladen worden sei, eröffnet und darauf hingewiesen, dass der Vorstand der EBG die Arbeit ehrenamtlich erbringe und sowohl Jörg Bold als auch Bob Hopmann dafür herzlich gedankt. Metz sah nach ruhiger Entwicklung nun mit der Windenergie eine erfolgreiche Zukunft.

Windkraft gestartet

Jörg Bold informierte die Mitglieder aktuell, dass die sieben neuen Windkraftanlagen komplett stehen und ihren Betrieb aufgenommen haben. Bold wies darauf hin, dass dieser Bürgerwindpark in einer sehr schnellen Zeit verwirklicht wurde. 2012 haben die Vorbereitungen begonnen, wurden die Grundlagen vorbereitet, mit der Green City Energie die Basis für die Form und Verwirklichung als Bürgerenergiepark vereinbart, die erforderlichen planerischen Arbeiten und Beratungen mit den beteiligten Gemeinden vorgenommen und stehen nun mit dem Start in den Regelbetrieb außerordentlich positiv „im Wind“. Nicht ganz so positiv die gesetzlichen Änderungen, die 2017 das energiepolitische Feld beeinträchtigen. Der Bürgerwindpark habe dabei den Vorteil, dass er noch voll die bisherigen Möglichkeiten ausschöpfen könne. Auch sei die Beteiligung von Bürgerenergiegesellschafter sei für Ettenheim im Gesetz positiv gegeben. Die Ettenheimer Bürgerenergie hat sich am Bürgerwindpark einen Anteil von 25,5% gesichert und kann sich im kommenden Jahr mit 500.000 Euro mit einem bevorzugten Höchstrangdarlehen daran beteiligen. In einem Zwischenbericht 2016 konnte Jörg Bold feststellen, dass trotz sehr ungünstigen Wetterlagen zwei der sechs PW-Anlagen (Münchweier und Andlauer) bereits im „grünen Bereich“ liegen und die andern vier Anlagen kurz davor, sodass insgesamt von einer positiven Entwicklung für 2016 gerechnet werden könne.

Solar Challenge 2016

Bob Hopmann, Technischer Vorstand, berichtete über die erfolgreiche Solarchallenge 2016, die am 10. Juli unter hervorragenden Voraussetzungen durchgeführt wurde. (Wir haben darüber ausführlich berichtet). 36 Teams nahmen teil, 125 Schülerinnen und Schüler haben sich unter Anleitung ihrer Techniklehrer, denen Bob Hopmann für das Engagement besonders dankte, sehr intensiv mit der Eigenproduktion der Solarflitzer beschäftigt. Dabei galt es neben der Technik auch die unterschiedlichen Wirkungen der Sonne auf die Solarmodule zu berücksichtigen. Bob Hopmann:  „für eine war die Sonne zu stark und sie fuhren an die Wand oder hatten andere Wirkungen nicht berechnet“. Für die Jugend gab es neben der Solar-Challenge eine Veranstaltung „Windadventure Camp“ im praktischen Versuch den Wind bei der Nutzung  mit Gleitern zu proben und zu testen.

Ergebnis 2015

Den Bericht über die finanzielle Entwicklung im Jahr 2015 gab Jörg Bold. Die Mitgliederzahl hat sich 2015 auf 171 erhöht und ist zwischenzeitlich auf 188 angewachsen. Mit 6 PV-Anlagen wurden bei einer Kapazität von 200 kW auf 6 Anlagen 4.960 KW Strom erzeugt. Hinzu kommen zukünftig 25,5 % aus der Stromerzeugung des Bürgerwindparks Südliche Ortenau.  Bei einem Umsatz 2015  von 46.856,38 wurde ein Gewinn von 9.317,20 Euro erzielt, der nach Steuern und Abgaben mit 6.618.98 Euro für Dividende und Rücklage verwendet wird. „Eigentlich“, so Jörg Bold, „ist die Bürgerenergie schuldenfrei. Es steht noch ein Restdarlehen von 44.000 Euro offen, das aber eine feste Laufzeit hat, während gleichzeitig 50.000 Euro auf den Bankkonten zur Verfügung stehen. „Die genossenschaftliche Struktur“, so Jörg Bold weiter, „erfordere bestimmte Abläufe und Regularien, wie auch die erforderliche Prüfung durch den Genossenschaftsverband, die nicht veränderbar sind.“

Auf die bestehenden Anlagen wurden im Jahre 2015 16.522 Euro abgeschrieben, betriebliche Aufwendungen – der Vorstand arbeitet ehrenamtlich – erforderten 21.805,30 Euro. Zinsen für das Darlehen waren 2.268,97 Euro aufzuwenden.

Die 6 Photovoltaikanlagen stehen noch mit 257.177 Euro zu Buch, ferner die Anteile an der BWSO GmbH mit 26.866,75 Euro.  In den Passiva sind die Geschäftsguthaben der Mitglieder mit 255.200 Euro sowie per 31.12.2015 das Darlehen mit 59.019,49 Euro, das zwischenzeitlich auf 44.337,81 zurückgeführt wurde, die wichtigsten Posten.

„Alles in allem“, so Bold in seinem Fazit, „unsere wirtschaftliche Situation ist gut, der Bürgerwindpark ist ein Vorzeigeprojekt, wir haben eine sehr gute Zusammenarbeit mit der Stadt Ettenheim, das EEG 2017 beinhaltet Chancen für eine weitere gute Entwicklung.“ Er dankte dem motivierten Team an Helfern und Ehrenamtlichen und sicherte zu, dass die EBG auch weiterhin die Energiezukunft aktiv gestalten und die Chancen dazu nutzen werde.

Prüfbericht und Entlastung

Bruno Metz erläuterte als Aufsichtsratsvorsitzender bestätigte die aktive und sehr gute Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat, erläuterte den Prüfungsbericht des Genossenschaftsverbandes, der einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilte und gleichzeitig feststellte, dass hier ein unglaublich gutes Team im Vorstand und Aufsichtsrat erfolgreich arbeite, Und das Fazit einer guten Ertrags- und Vermögenslage.“ Metz sprach Vorstand Jörg Bold und Bob Hopmann, die beide ehrenamtlich tätig sind, für diese erfolgreiche Arbeit. Der von Klaus Fleig beantragten Entlastung für Vorstand und Aufsichtsrat entsprachen die Mitglieder ebenso einstimmig, wie der vorgeschlagenen Gewinnverwendung von 3 % Dividende sowie Einstellung in die Rücklagen. Gleichfalls einstimmig wiedergewählt wurde Steuerberater Rainer Haag als Aufsichtsrat.

Unter dem Punkt „Verschiedenes“ berichtete ein Mitglied aus dem Schuttertal, dass es dort wegen beanstandetem Lärm einer Anlage Unmut gebe. Jörg Bold bestätigte, dass die BWSO bereits auf der Suche nach der Ursache ist. „Es könne sich nur um einen technischen Fehler handeln, den wir hoffentlich bald finden und beseitigen können.“ So Bold.  Bei Getränken und kleinem Gebäck war anschließend noch Gelegenheit zum Gedankenaustausch und zusätzlicher Information gern genutzte Gelegenheit.

 

Text und Foto: Herbert Birkle

auf dem Bild v.l.n.r. Aufsichtsratsvorsitzender Bruno Metz , Jörg Bold, Vorstand, Bob Hopmann Technischer Vorstand