Spediteur mit Sinn für die Umwelt

20. März 2018

Die Spedition Wildt hat den ersten Preis in der Kategorie Umweltschutz der Verkehrsrundschau, einer wöchentlich erscheinenden Fachzeitung in München erhalten. "Wir haben uns beworben und wurden am Abend mit dem Preis überrascht", freut sich Geschäftsführer Rolf Wildt, der mit seiner Frau Ingrid ins Hotel Bayerischer Hof zur Gala der Fachzeitung eingeladen war. Die ehrt im zweijährigen Rhythmus Transport- und Logistikunternehmen in den Kategorien Ausbildung und Karriere, Umweltschutz und Digitalisierung. Die Auswahl trifft jeweils eine Fachjury.

"Wir haben im vergangenen Jahr in den Umweltschutz investiert", sagt Rolf Wildt, der mit seiner 60 Zugfahrzeugen großen Flotte vom Kreuzerweg in die Wolfsmatten umgezogen ist. Dort hat die Firma auf 30 000 Quadratmetern Verwaltungsgebäude, Waschanlage, Werkstatt sowie zwei Lagerhallen mit 2100 Quadratmetern Fläche gebaut.

Wildt zählt wesentliche Punkte auf, die er als umweltgerecht wertet: Das sei die vollautomatische Waschanlage, die über drei Wasserqualitäten verfügt: Brauchwasser, das zum Waschen der Lkw verwendet wird, Regenwasser zum Nachspülen und Trinkwasser, das nur für den Hochdruckreiniger verwendet werde, mit dem Teile gereinigt werden, die die Waschautomatik nicht erreicht. "Das muss sein, damit die Düse nicht verstopft", sagt der Spediteur. Etwa alle drei Wochen würden die Lkw gewaschen, im Freien, ohne Trockner. Dafür fließen etwa 600 Liter pro Waschgang. Brauchwasser, das in drei unterirdischen Schächten immer wieder aufbereitet wird.

Ein weiterer Posten für die Umwelt sei, dass die Werkstatt abwasserfrei betrieben wird, das heißt Schmutz und Flüssigkeiten aufgesaugt und gesondert behandelt werden. "Außerdem", so der Firmenchef, "haben wir komplett auf elektrische Gabelstapler umgestellt." Auch der Reifenscanner trage dazu bei, die Umwelt zu schonen, sagt Rolf Wildt: "Wenn der Druck optimal ist, senkt das den Spritverbrauch." Außerdem seinen die 800 Reifen, die für Wildt über die Straßen rollen, damit sicherer. Denn die Daten lieferten Anzeichen für Gefahrenquellen, etwa wenn ein Reifen immer wieder Luft verliere. Wildt: "Dann müssen wir ihn wechseln und verhindern Schlimmeres."

Ein Baum für jeden neuen Lastwagen

Alle Gebäude sind laut Firmenchef besonders gut isoliert, die Fenster dreifach verglast. Büro und Werkstatt werden per Wärmepumpe geheizt oder gekühlt, also mit der Temperatur, die dem Grundwasser entzogen oder zugeführt wird. "Dafür haben wir großflächige Fußboden- oder Deckenheizungen eingebaut", sagt Wildt. "Dieses Prinzip ist sehr träge, aber wenn man vorausschauend damit umgeht, funktioniert es sehr gut."

Weiterhin habe zur Preisverleihung beigetragen, dass die Firma entlang des Ettenbachs einen Pflanzstreifen mit 1500 Sträuchern und Bäumen bestückt habe, zum Beispiel Weiden, Vogelbeeren oder Wilder Apfel. Vor einigen Jahren habe er begonnen, für jeden neuen Lkw einen Baum zu pflanzen, sagt der Unternehmer. "Inzwischen stehen zehn Nussbäume und drei Maronenbäume als Bienenweide. Jetzt muss ich leider aufhören, es ist kein Platz mehr."

Die anschließende Frage, ob das Fuhrgeschäft der Firma Wildt weiter wachsen wolle, beantwortete Rolf Wildt: "Wir haben jetzt eine Größe erreicht, die ich erst einmal nicht weiter ausbauen möchte." Die Spedition beschäftigt rund 100 Mitarbeiter, davon 85 Berufskraftfahrer.

Nicht zuletzt möchte die Firma Wildt ihren Kohlendioxidausstoß kompensieren. Das geschehe über die Internetplattform Myclimate. Wildt beschreibt das Prozedere: "Wir rechnen unsere Kohlendioxidbelastung für die Umwelt aus und melden dies an Myclimate." Die international arbeitende und zertifizierte Initiative investiere dann weltweit in den Klimaschutz und in nachhaltige Entwicklung. Laut Unternehmensinformation unterstützt Myclimate mehr als 70 Klimaschutzprojekte in 30 Ländern. "Dort werden Emissionen reduziert, indem fossile Energiequellen durch erneuerbare Energien ersetzt oder lokale Aufforstungsmaßnahmen mit Kleinbauern umgesetzt und energieeffiziente Technologien implementiert werden."

Mit freundlicher Unterstützung der Badischen Zeitung
Foto: Erika Sieberts