Schutzstreifen für Radfahrer – Autofahrer müssen Rücksicht nehmen

15. Mai 2019

Das Straßenbauamt des Landratsamtes hat die Markierung für den Radverkehr in der Otto-Stoelcker-Straße geändert. Nun kommen vielfach Anfragen zum sogenannten Schutz- oder Angebotsstreifen.

Ein gesonderter Radweg ist rechtlich aufgrund der geringen Straßenbreite Richtung Westen nicht machbar. Daher wurde einseitig auf der Südseite ein sogenannter Schutzstreifen für Radfahrer angebracht. Der Angebotsstreifen ist mit einer gestrichelten Linie auf der Fahrbahn markiert und Teil der Fahrbahn. Damit ist der Schutzstreifen kein gesonderter Radweg.

Nach dem Motto „Sehen und gesehen werden“ zeigt der Schutzstreifen Auto-, Lkw- und Busfahrern: Achtung, Radler fahren hier auch und gehören zum Straßenverkehr. Laut Straßenverkehrsordnung (StVO) darf der Schutzstreifen bei Bedarf befahren werden. Dabei muss man als Pkw- oder Kraftradfahrer darauf achten, dass der Radfahrer nicht gefährdet wird. Bedarf ist z.B. gegeben, wenn man an Engstellen dem Gegenverkehr ausweichen muss.

Grundsätzlich gilt auf Schutzstreifen Parkverbot. Das Halten ist jedoch bis zu 3 Minuten zulässig. Es ist also beispielsweise gestattet, auf dem Schutzstreifen Be- und Entladevorgänge vorzunehmen.

Fürs Überholen gilt, unabhängig von einer Schutzstreifenmarkierung, dass ein Mindestabstand von ca. 1,5 m eingehalten werden muss. Maßgebliche Orientierung beim Überholen ist also nicht die Schutzstreifenmarkierung sondern der tatsächliche Abstand zum Radfahrer. Steht dieser Abstand augenblicklich nicht zur Verfügung gilt de facto ein Überholverbot. Das Vorbeifahren der Radfahrer an einer Autoschlange ist dagegen erlaubt. Wenn Autos an einer roten Ampel stehen, dürfen Fahrradfahrer auf dem Schutzstreifen bis zur Ampel vorbeifahren.

Grundsätzlich gilt wie allgemein im Straßenverkehr das Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme und die Vermeidung von Behinderungen, Gefährdungen, Belästigungen und Schäden. Diese Gebote gelten umso mehr, wenn einer der Verkehrsteilnehmer wie z.B. der Fahrradfahrer zwar gleichberechtigt ist, aber gegenüber dem Pkw deutlich schwächer ist.