Reb- und Ackerbauzunft feierte ihren Zunfttag - Peter Seiler ist neuer Zunftmeister

24. Januar 2023

Eine 520 Jahre währende Tradition wird bei der Ettenheimer Reb- und Ackerbauzunft bewahrt. Am vergangenen Montag beging die älteste Ettenheimer Vereinigung ihren Zunfttag, der alle 3 Jahre gefeiert wird und bei dem der Nachfolger des bisherigen Zunftmeisters Thomas Kirn und seine Beisitzer neu gewählt werden.

Die „Burezunft“ hatte als Berufsorganisation, in der die Bauern und Rebleute vereinigt waren, über Jahrhunderte hinweg wichtige wirtschaftspolitische und existenzielle Aufgaben. Heute ist sie mit knapp 500 Mitgliedern eine der größten Vereine in Ettenheim und die einzige Zunft, die den Wandel der Zeit überlebt hat. Bürgermeister Bruno Metz hob in seinem Grußwort die Bedeutung der Landwirtschaft und den Wandel des Berufsstandes hervor.

Mit dem Zunfttag, der strengen Regularien folgt, lebt der alte Brauch wieder auf. Traditionell begann er gestern mit einem Gottesdienst für die verstorbenen Mitglieder in der katholischen Pfarrkirche St. Bartholomäus. Anschließend trafen sich die Mitglieder im Gasthaus „Lamm“ zur Zunfterneuerung, wo die neuen Zunftoberen und der neue Zunftmeister vorgestellt wurde. Die Mitglieder wählten Peter Seiler, der wie es die Tradition gebietet aus Ettenheimweiler stammt, zum neuen Zunftmeister für die nächsten 3 Jahre. Frank Broßmer, Anja Kopp, Axel Helle und Alexander Jäger wurden zu Beiräten gewählt, aus deren Reihen nach den Statuten der nächste Zunftmeister kommt. Die Zunftlade wird am kommenden Sonntag nach altem Brauch in einer Kutsche zum neuen Zunftmeister gebracht. Dazu treffen sich die alten und neuen Beiräte beim scheidenden Zunftmeister zum Frühstück. Mit der Kutsche geht es anschließend zum neuen Zunftmeister nach Ettenheimweiler, standesgemäß mit schwarzem Zylinder.

Foto: Stephanie Kirn, Reb- und Ackerbauzunft Ettenheim