Ortschaftsrat von Münchweier konstituierte sich

10. Juli 2019

Mit der Rückgabe des Zentralschlüssels zur Ortsverwaltung an Ortsvorsteherin Charlotte Götz am Montagabend in der Ortschaftsratssitzung hat Thomas Feger seinen Aktivitäten für sein Heimatdorf Münchweier noch lange kein Ende gesetzt. Darauf setzt jedenfalls Ortsvorsteherin Charlotte Götz. "Auf ihn war in der Vergangenheit immer Verlass, auf seine Tatkraft und seinen Einsatz beim Weihnachtsmarkt und stets dann, wenn wir ihn brauchen, setzen wir weiterhin", kommentierte sie die Schlüsselübergabe.

Unter ein Kapitel hat Thomas Feger am Montag allerdings einen endgültigen Schlussstrich gezogen: Nach drei Jahrzehnten als aktiver Kommunalpolitiker im Ortschaftsrat, davon auch zehn Jahre als Gemeinderat (1999 bis 2009), hatte er sich bei der Kommunalwahl im Mai nicht mehr um ein Mandat beworben. 30 Jahre im Ehrenamt endeten offiziell an diesem Montag. Dafür ehrte ihn der baden-württembergische Städtetag mit der goldenen Ehrennadel nebst Urkunde. "Mein Herz wird weiter für Münchweier schlagen", erklärte Feger die Ehrung von Bürgermeister Bruno Metz vorgenommene Ehrung. Neben Feger verließ auch Annette Hog das Gremium. Sie gehörte 15 Jahre dem Ortschaftsrat an und war einst Wegbereiterin einer für Ettenheim noch ungewohnten Klärung einer Ortsvorsteherwahl. Als Stimmenkönigin der Ortschaftsratswahl im Jahr 2009 hatte die Verwaltungsangestellte und Assistentin des Ringsheimer Bürgermeisters keine Ambitionen auf den Posten einer Ortsvorsteherin. Auch unter den damals gewählten Kollegen fand sich kein Kandidat, weshalb sie Charlotte Götz anfragte. Diese hatte sich zwar nicht zur Wahl gestellt, war aber als Vorsitzende der Vereinsgemeinschaft im Dorf engagiert – und letztlich auch bereit, das Amt zu übernehmen. Sie hat es bis heute inne, seit fünf Jahren auch als gewählte Ortschaftsrätin. Sie wird das Amt auch weitere fünf Jahre ausfüllen. Bei der konstituierenden Sitzung des neuen Ortschaftsrats am Montag wurde Charlotte Götz einstimmig im Amt bestätigt. Das Votum geht nun als Wahlempfehlung an den Gemeinderat. Rein formal wählt dieser den Ortsvorsteher beziehungsweise die Ortsvorsteherin.

Die Wahl bildete den Abschluss der ersten öffentlichen Sitzung des neuen Gremiums im Museumsraum und Trauzimmer der Ortsverwaltung. Das Durchschnittsalter des Ortschaftsrats hat sich durch die Wahl am 26. Mai deutlich gesenkt. Mit Verena Kern und Stephan Tränkle rücken zwei junge Gesichter nach. Mit Bernhard und Stephan Tränkle werden nach vielen Jahren wieder zwei Generationen einer Familie – Vater und Sohn – dem Gremium angehören.

Vor einem guten Dutzend Zuhörerinnen und Zuhörern zollte die wiedergewählte Ortsvorsteherin Charlotte Götz den alten wie den neuen Ortschaftsräten großen Respekt. Ein solches Ehrenamt anzutreten sei nicht selbstverständlich – in Zeiten, in denen die Zahl der Besserwisser stets zunehme, die Zahl derer aber stagniere, die selbst durch aktive Teilhabe an Entscheidungen beteiligt sind.

Ehrungen: Vom Gemeindetag für zehn Jahre: Charlotte Götz, Florian Isele, Thomas Steiner, Simon Weisbach. Für 15 Jahre: Annette Hog, für 25 Jahre: Uwe Fischer, Bernd Tränkle. Vom Städtetag für 30 Jahre: Thomas Feger.

Foto: Sandra Decoux-Kone
Text: Klaus Fischer, Badische Zeitung