Naturnah gestaltete Flächen im Herbst und Winter

7. Oktober 2019

Die Stadt Ettenheim hat in diesem und im vergangenen Jahr öffentliche Flächen naturnah umgestaltet und hierfür eine Förderung durch den Naturschutzbund Baden-Württemberg und das Umweltministerium erhalten. Die Planung übernahm Dr. Reinhard Witt, Fachplaner für naturnahe Grünflächen, welcher "Natur nah dran" mit seiner fachlichen Expertise unterstützt. Mit der Anlage von Wildblumenwiesen und Blühstreifen entstanden wertvolle Lebensräume für Wildbienen,

Schmetterlinge und Käfer in der Kernstadt und den Ortschaften.

Während im Frühjahr und Sommer die Flächen in voller bunter Blüte standen, sehen die Pflanzen im Herbst oder Winter nicht mehr ganz so schön aus. Doch gerade in dieser Zeit sind die verblühten Wildstauden und Wildblumen sehr wichtig für die Natur, denn viele Blüten von Stauden, zum Beispiel von Natternkopf, Lein, Steppen-Wolfsmilch, Heilwurz, mehlige Königskerze und Feldrittersporn stellen nicht nur im Sommer eine Nahrungsquelle für Fluginsekten dar, sondern locken auch im Winter zahlreiche Tiere an. Ein Abschneiden der Stauden und vieler einjähriger Blumen wäre entgegen dem Ziel von „Natur nah dran“.

Außerdem sorgen die Wildblumen mit der Ausbildung von Samen für ihre Vermehrung. Gleichzeitig bieten sie dadurch auch Vögeln, Kleinsäugern und Insekten, die im Garten überwintern, eine wichtige Nahrungsquelle, erklärt Markus Ohnemus vom Städtischen Bauhof.  Während von den Samenständen der Blumen größtenteils Vögel profitieren, überwintern in hohlen Stängeln und in der Streuschicht am Boden zahlreiche Nützlinge, wie z.B. der Marienkäfer. Auch nutzen einige Wildbienenarten die verblühten, hohlen Pflanzenstängel noch als Winterquartier.

Naturnah gestaltete Flächen sind z.B. entlang des Mühlenwegs, in der Otto-Stoelcker-Straße, Freiburger-Straße und beim Museum. Auch in Wallburg und in der Bienlestraße wurden öffentlichen Flächen durch den Bauhof umgestaltet.