„Man kann auch im Kleinen richtig viel tun“ - Bruno Metz zeigte Schülern konkrete Möglichkeiten zum Klimaschutz auf

27. November 2019

Global denken – lokal handeln. Dass diese bekannte Forderung (gerade) auch im Umgang mit den Energieressourcen und der Notwendigkeit des Klimaschutzes notwendig, aber eben auch möglich ist, das machte eine Unterrichtsstunde der besonderen Art in den 8. Klassen des Städtischen Gymnasiums am Dienstag dieser Woche deutlich. In einer ganzen Unterrichtseinheit hatte sich Schulleiter Frank Woitzik mit den Achtklässlern über „Regenerative Energien“ befasst. Wie Kommunen lokal ihren Beitrag für den „bitter, bitter nötigen Klimaschutz“  leisten können, dazu hatten die Schüler den Bürgermeister ihrer Schulgemeinde, Bruno Metz, eingeladen.

Dass Klimaschutz unmittelbar auch mit der Vermeidung des Verbrennens fossiler Energie und damit der Reduzierung des CO2-Ausstoßes zusammenhängt, das war den Schülern aus den Unterrichtsstunden bereits bewusst.

Vieles hat mit Klimaschutz zu tun

Wie breit das Spektrum kommunalen Handelns unter dieser Zielsetzung ist, das dürfte sie dann aber doch verblüfft haben. Bürgermeister Metz stellte die Vielschichtigkeit derartiger Anstrengungen in Ettenheim – seitens der kommunalen Entscheidungsträger wie auch mit großem bürgerschaftlichen Engagement – mit anschaulichen Folien dar. Beginnend beim Thema Mobilität - Radwegekonzept, Stadtbus, Carsharing, Pendlernetz, E-Auto als Dienstfahrzeug – über all die Nutzung erneuerbarer Energien: mit 26 Photovoltaikanlagen mit 6235 Quadratmetern Solarmodulen auf 42 städtischen Gebäuden (62 Prozent), mit den Windrädern, die zwei Drittel der in Ettenheim verbrauchten Strommenge erzeugen, mit der Holzhackschnitzelanlage sowie der neuen solarthermischen Anlage auf dem Heimschulgelände, die neben der Schule das ganze Wohnquartier am Ettenbach und im Stoelcker-Garten versorgt.

Viel bürgerschaftliches Engagement

„Tolles Engagement“ bescheinigte Metz vor den Schülern der Ettenheimer Bürgerenergiegenossenschaft, die nicht nur die kommunalen Aktionen stützt, sondern auch vielfältige eigene Initiativen ergreift. Er informierte die Schüler aber auch über Bürgerworkshops zum Energiesparen, verwies auf die „Kreisputzete“, an der einige seiner Zuhörer bereits mitgewirkt haben, auf das bestehende Lebensmittelkollektiv, Baumpflanzaktionen und anderes. Die Nutzung von Wasserkraft (an vier ehemaligen Mühlen entlang des Ettenbachs), Hochwasserschutz, Abwasseraufbereitung, naturnah gestaltete Flächen, Ökokonto  – in all diesen kommunalen Handlungsfeldern war der Bogen zu verantwortungsbewussten Ressourcenverbrauch und Klimaschutz immer schnell geschlagen.

Schüler haben viele Fragen

Interessiert und engagiert nutzten die Schüler die Möglichkeit zum Nachfragen. Ob denn absehbar mehr Ladestationen für E-Autos in Ettenheim geplant seien? Von welchem Jahr an ein tatsächlicher Energieüberschuss beim Bau von Windrädern zu verzeichnen sei, da der Bau ja auch mit viel Energie und Ressourcenverbrauch verbunden sei? Ob denn das Verbrennen von Klärschlamm unumgänglich sei? Ob Wohnhäuser und Einkaufsmärkte nicht lieber mehrgeschossig gebaut werden sollten, um somit der Flächenversiegelung entgegen zu wirken?

Aus dem Dialog heraus ermutigte Metz seine jungen Zuhörer, derlei Dinge auch zu Hause zu thematisieren. Mit einer Solaranlage auf dem eigenen Haus könne man richtig viel Gutes tun, sollte zuvor jedoch „mit einem Experten reden“.

„Wir können nicht so weitermachen“

„Wir können nicht so weitermachen wie bisher, sonst fahren wir unsere Zukunft an die Wand“, so Metz, dem Schulleiter Frank Woitzik für seinen Unterrichtsbesuch dankte und gleichzeitig der Stadt Ettenheim bescheinigte, hinsichtlich des „lokalen Handelns geradezu vorbildlich“ auch in Sachen Klima- und Naturschutz zu agieren. „Ihr seid die Generation von morgen“, so Woitzik an die Achtklässler, „es liegt auch in euerer Hand, wie sich das Klima auf unserer Erde entwickelt.“ 

Text: Klaus Schade
Foto: Ulrike Hiller