Leitungswechsel bei der Volkshochschule: Carola Goetsch kommt für Susanne Dippel-Mietz

7. Februar 2019

Großer Bahnhof zum Abschied für Susanne Dippel-Mietz, warmer Empfang für Carola Goetsch. Stadt und VHS-Zentrale in Lahr hatten am frühen Dienstagabend in den Bürgersaal eingeladen, um den Stabwechsel in der Führung der VHS-Außenstelle Ettenheim gebührend zu würdigen. Mit dem Führungswechsel einher geht bekanntlich der Systemwechsel von einer bisher honorierten Tätigkeit in eine Festanstellung. 

„Das bisherige System ist an seine Grenzen gestoßen“, befand VHS-Leiterin Carmen Wenkert den zukunftsweisenden Schritt, gerade angesichts der Programmfülle und des damit verbundenen hohen Aufwands in Planung und Durchführung. Mit über hundert Veranstaltungen pro Semester ist die Außenstelle seit jeher die mit Abstand größte der insgesamt neun Außenstellen. VHS-Zentrale und Ettenheimer Stadtverwaltung hätten sich zwei Alternativen geboten: entweder den Programmumfang zu reduzieren – oder aber die Außenstellenleitung durch eine Festanstellung (halbes Deputat) finanziell lukrativer zu machen. 

Dass ein Einschnitt in der Programmfülle schmerzlich gewesen wäre, verdeutlichte Bürgermeister Bruno Metz in seiner Begrüßung. Die Volkshochschule sei in Ettenheim „vielfältig in das Gemeindeleben eingebettet“. Sie führe Begegnungen zwischen Menschen herbei, ermögliche den Dialog, sei Impulsgeber für wertvolle Einrichtungen (Metz nannte beispielhaft die Stadtführungen und das Netzwerk Gesundheit), verstehe es, „verschiedene gesellschaftliche Schichten für Demokratie zu motivieren.“

So gebühre Susanne Dippel-Mietz, die als vierte Leiterin in 48 Jahren Ettenheimer VHS von April 2016 bis August 2018 die Außenstelle geleitet hat, ausdrücklicher Dank. „Großes Engagement und viele neue Ideen“ bescheinigte VHS-Leiterin Carmen Wenkert der scheidenden Leiterin. „In Ettenheim gibt es ein großes Potenzial für VHS-Arbeit“, stellte Wenkert fest – ein „Pfund“, auf dem die neue Außenstellenleiterin, Carola Goetsch, aufbauen könne. Dass die Stadt Ettenheim mit der neuen Festanstellung „nachhaltige Strukturen schaffe“, lobte Wenkert ausdrücklich. Für sie sei das richtungsweisend auch für andere Außenstellen.  Mit dem „neuen Modell“ könne man sicherlich „zuversichtlich in die Zukunft schauen.“

Susanne Dippel-Mietz verglich die Arbeit eines Programmverantwortlichen mit der Arbeit im Garten. Die Freude am Blühen gehe immer zeitgleich einher mit neuem Säen. Der außerordentlich vielfältige Aufgabenbereich habe ihr Freud e und Erfüllung gebracht. “Ich bin froh, dass ich diese Erfahrung machen konnte“, so Dippel-Mietz, deren Dank der „ganzen großen VHS-Familie“ ebenso galt wie der eigenen Familie. 

Ihre 36 Jahre alte Nachfolgerin bekundete ihre Freude auf die neue Tätigkeit. Als Neubürgerin habe sie sich in Ettenheim schnell „willkommen gefühlt“, nicht zuletzt in mehreren VHS-Veranstaltungsangeboten Kontakt zu Einheimischen wie andern Neubürgern knüpfen dürfen. Dieser „gelebten Offenheit für alle“ wolle sie sich voll und ganz verschreiben. 

Blumen, Sonnenenergie (in Form von Ettenheimer Wein) und „süße Vitamine“ gab es für beide zum Abschied respektive zum Neuanfang. 

Text: Klaus Schade
Foto: Sandra Decoux-Kone