Erst Bundessieger – nun Europas Vize-Meister - Maximilian Schulz gewinnt beim Europacup der Zweiradberufe die Silbermedaille

2. März 2017

Vor dem Jahreswechsel holte sich der junge Ettenheimer Maximilian Schulz als bester Auszubildender unter den Fahrradmechanikern den Bundessieg – nun vertrat er die Bundesrepublik mit großem Erfolg beim Europacup der Zweiradberufe in Zürich und sicherte sich mit Rang zwei die Silbermedaille.

„O ja, die Schwierigkeitsstufe der zehn gestellten Aufgaben war schon noch einmal deutlich höher als beim Bundesentscheid“, bilanziert Maximilian die Prüfungsanforderungen auf dem Züricher Messegelände. Durchgeführt wurde der Europacup im Rahmen der Motorrad-Messe Swiss Moto am 3. Februar-Wochenende. Insgesamt 22 junge Mechaniker aus sechs Nationen (darunter zwei jungen Damen) hatten für den Europacup gemeldet und stellten sich in den Sparten Fahrrad (10) und Motorrad (12) an zwei Tagen den anspruchsvollen Aufgaben.

Zwischen 50 und 90 Minuten waren bei den zehn Aufgaben jeweils als Limit definiert. In der Summe belief sich der Prüfungsparcours am Schluss auf 11 Stunden 20 Minuten. „Bei einer Aufgabe reichte mir die Zeit dann tatsächlich nicht“, deutet Maximilian das anspruchsvolle Zeitfenster an. An allen andern Stationen aber muss er die Aufgaben zur vollsten Zufriedenheit der strengen Jury gelöst haben, sonst hätte er am Ende sicherlich nicht auf der zweitobersten Stufe des Siegertreppchens gestanden

Dabei hatten es die Aufgaben in sich: Reparaturen gemäß entsprechender Diagnosen bei Federgabel, Elektro-Antrieb, Bremsanlage; Diagnose bei elektrischer Schaltung und Elektroantrieb; Reparatur Fahrwerk; Bau eines Laufrades und anderes mehr. Teilweise kamen Maximilian Arbeiten, die er beispielsweise auch zu Hause, bei Rad Schulz in der Friedrichstraße, durchführt, zu Gute, es waren aber auch Aufgaben dabei, die in der Werkstatt des Vaters normalerweise gar nicht selbst ausgeführt werden.

Unvergessen wird dem 24-Jährigen der Wettkampf in der Züricher Messehalle bleiben – auch das ganze Drumherum bezeichnet er als „ein tolles Erlebnis“. Die jungen Schweizer, Österreicher, Holländer, Tschechen, Polen und Deutschen verstanden sich nach Maximilians Worten bestens. Einer der Höhepunkte des „Rahmenprogramms“ war für Maximilian die Simulatoren-Anlage, mit der man im Düsenjet über die Alpen oder im Formel 1-Rennwagen durchs Motodrom jagte.

Und dann der große Augenblick, in dem die Jury die Sieger bekanntgab! Zunächst wurden alle aufgerufen, die es nicht aufs Podest geschafft hatten, ihre Sache aber auch toll gemacht hatten. Max‘ Name war da nicht dabei. Was ja nichts anderes bedeutete: „Treppchen auf jeden Fall.“ Über Rang zwei freute sich Maximilian dann verständlicherweise riesig. Groß abgeräumt hat beim diesjährigen Europacup die Gastgeber-Nation, die vier von sechs Treppenstufen in den beiden Kategorien Fahrrad und Motorrad belegte.

„Es hat sich in jeder Hinsicht gelohnt“, blickt Maximilian auf den großen persönlichen Einsatz zurück. Ab Oktober wird er die Meisterschule in Breisach besuchen. Der Bundessieg hat ihm hierfür ein Stipendium eingebracht. Urkunde und Glaspokal vom Europacup sind da zwar eher von  ideellem Wert, auf die er aber zu Recht mit Stolz blicken darf. Und Maximilian darf sicher sein: stolz ist auch seine Heimatstadt Ettenheim auf den tollen Erfolg des jungen Zweiradmechanikers.

Text: Klaus Schade