Dritter Tiefbrunnen des Wasserversorgungsverbandes Südliche Ortenau nach einem Marathon durch die Instanzen in Betrieb gegangen

13. September 2018

Mit einem Glas frisch gezapftem Trinkwasser feierte der Wasserversorgungsverband Südliche Ortenau am Dienstag die Fertigstellung und Inbetriebnahme des dritten Tiefbrunnens auf den Elzwiesen, rund 500 Meter südlich des Hotels Colosseo. Von Frühjahr 2019 an soll der Brunnen 500 000 Kubikmeter Trinkwasser ins Netz des Verbandes einspeisen können. Warum nicht gleich? Nun, zunächst muss der Zweckverband noch den Nachweis erbringen, dass die Ausgleichsmaßnahmen – etwa die neue Elzwiesenwässerung – auch funktionieren.

Verbandsvorsitzender und Ringsheims Bürgermeister Pascal Weber erinnerte in einer Begrüßung daran, dass er mit Amtsantritt im Dezember des vergangenen Jahres gewissermaßen ins kalte Wasser gesprungen sei, denn sein erster Amtstermin befasste sich mit dem Tiefbrunnen-Projekt. Es sei eine Phase gewesen, in der nicht sicher war, ob Genehmigung und danach Bau überhaupt noch zu realisieren waren. Ein Scheitern habe in der Luft gelegen. Mit viel Motivation und einer Gemeinschaftsleistung der Beteiligten sei aber eine Dynamik entstanden, das Vorhaben habe wieder Fahrt aufgenommen. Drei Verfahren seien zu bewältigen gewesen, einige Aufgaben davon stehen noch als "Hausaufgaben" an.

Die Ausweisung eines Wasserschutzgebietes um den Tiefbrunnen steht noch aus. Die Funktion der Ersatzwiesen-Wässerungsfläche am Südrand der Elzwiesen muss noch nachgewiesen werden. Und der geforderte Teilrückbau der Heuwegstraße, ein weiterer Teil der ökologischen Ersatzmaßnahme muss noch erfolgen. Wenn alle Bedingungen erfüllt seien, könne mit der Wasserförderung aus dem Tiefbrunnen, der in eine Tiefe von 32 Metern abgeteuft ist, mit einer begrenzten Förderleistung von 24 Litern pro Sekunde begonnen werden, so Weber. Mit den beiden bestehenden Brunnenbauwerken im Ruster Wald östlich der Elz sowie einem weiteren Brunnen des Nachbarverbandes Rust/Kappel-Grafenhausen können dann theoretisch die Südgemeinden und besonders auch der Europa-Park mit insgesamt zwei Millionen Kubikmeter Trinkwasser jährlich versorgt werden. Weber: "Der rechnerische Bedarf ist dann bis in das Jahr 2030 gedeckt."

Seit zehn Jahren ist das Projekt dritter Tiefbrunnen in der Planung, am 6. Juli dieses Jahres erst gab das Landratsamt die wasserrechtliche Genehmigung zum Bau. Da der Brunnen im hochwertigen Naturschutzgebiet Elzwiesen geschlagen wurde, waren die Fachbehörden von Regierungspräsidium und der Landratsämter Ortenaukreis und Emmendingen beteiligt. Gesamtkosten in Höhe von 2,3 Millionen Euro entstanden, erklärte der Verbandsvize Bruno Metz (Ettenheim): "Es war ein Marathon durch die Instanzen."

Von Beginn an betreuten die Fachleute von Zink-Ingenieure aus Lauf das Brunnenprojekt. Ingenieur Peter Sackmann erläuterte anschaulich die Technik des neuen Brunnens, bei dem im Vorfeld viele unterschiedliche Aufgabenstellungen zu bewältigen waren. Bernhard Vetter vom Wasserwirtschaftsamt des Landratsamts Offenburg erwähnte, dass das Verfahren noch nicht abgeschlossen sei, man könne jedoch zunächst einmal tief durchatmen. Im Verfahren habe es keine Widersprüche gegeben. Die schlechte Trinkwasserqualität des alten Tiefbrunnens im Ringsheimer Oberfeld war Ausgangpunkt für die Suche nach neuen Trinkwasserquellen im Ruster Feinschießen.

Dankesworte und Geschenke gab es für Udo Schneider von der Stadt Ettenheim, Martin Weber, Elzwiesen-Wässerungsmeister, und Bettina Schlenker von der Verbandsgeschäftsstelle.

Text und Foto: Adalbert Mutz, Badische Zeitung