Die „Bewegte Stadt“ – eine Schatztruhe für die Stadtführer

23. Januar 2020

Stadtführer-Crew gibt auch im neuen Jahr Einblicke in die Stadtgeschichte

Das diesjährige große Stadtfest am 18./19. Juli lenkt den Fokus auf „Eine Stadt in Bewegung“. Das Motto stellt für die Crew der Ettenheimer Stadtführerinnen und –führer geradezu eine Schatztruhe an Ideen für ihre Aktivitäten dar, ist Ettenheims Stadtgeschichte selbst doch überaus „bewegt“. Und gerade darin liegt ja die Zielsetzung der Stadtführer: Interessierten Teilnehmern, ob einheimischen oder Gästen von auswärts, diese bewegte Stadtgeschichte in ansprechender Form aufzuzeigen.

Bei ihrer  Zusammenkunft zu Jahresbeginn begnügten sich die engagierten Stadtführer unter Leitung von Marina Betzle von der Stadtverwaltung einmal mehr nicht mit dem Erstellen des Plans der wöchentlichen Freitagsführungen – sie beginnen am 22. Mai und enden am 25. September; Beginn jeweils 19 Uhr am Bärenbrunnen – vielmehr warfen sie ihren Blick bewusst auf die Vielzahl besonderer Veranstaltungen im Laufe des neu begonnenen Jahres: den Internationalen Museumstag beispielweise (17. Mai), das Stadtfest, den Tag des Offenen Denkmals (13. September; Thema „Chance Denkmal: Erinnern. Erhalten. Neu denken). Kooperationen bieten sich an: mit dem örtlichen Historischen Verein, der, wie Thomas Dees bei der Ideenbörse vergangene Woche anführte, in diesem Jahr das Jubiläum des 100-jährigen Bestehens feiert; mit der örtlichen Volkshochschule, die vor allem Familien und Kindern einen Zugang zur reichen Stadtgeschichte eröffnen will; mit dem Ferienprogramm der Stadt; mit dem Museum im Kellergeschoss des ehemaligen Kornspeichers und Gefängnisses.

Präsent wollen die Stadtführer auch sein bei der Ortenau-weiten DORT-Aktion, bei der immer donnerstags stattfindende Veranstaltungen mit Kultur und Genuss großflächig beworben werden. Geplant sind dabei in Ettenheim eine Stadtführung mit Erlebnisweinprobe an historischen Plätzen (14. Mai; Anmeldung bei der Volkshochschule) sowie zwei Nachtwächterführungen mit Glühwein und Zopf in der Östlichen Ringstraße (3. und 10. Dezember; Anmeldung im Bürgerbüro).

Den Horizont weiten wollen die Stadtführer bei einem bereits vereinbarten Besuch des Stadtmuseums Lahr, möglicherweise auch mit dem Markgräfler Museum. Neue technische Möglichkeiten will die Tourist-Info der Stadt, wie Marina Betzle bei der Planungssitzung den Stadtführern mitteilte, in Form der interaktiven Plattform „Actionbound“ prüfen, die Gästen per App auf dem Smartphone ermöglichen könnte, den „Barocken Rundweg“ ohne Prospekt oder Führer gehen zu können.

Vielfältig und Interesse-weckend sind die Themen der wöchentlichen Freitagsführungen. „Ich sehe was, was du nicht siehst“ heißt es beispielsweise bei der Auftaktführung am 22. Mai. Da sind dann wieder die „Ettenheimer Krimigeschichten“, die „Entdeckertour in einer alten Stadt“, die Begegnung mit „Außergewöhnliche(n) Frauen“ oder mit „Adligen und Aufständischen“. „Ettenheim im Wandel der Zeit“ wird da genauso näher gebracht wie „Ettenheim im Zeichen der Französischen Revolution“ oder  „Auf den Spuren der ehemaligen jüdischen Gemeinde“. Und was sich wohl hinter dem neu aufgenommenen Thema verbirgt: „66 Stufen – 6 Gassen – 1 Ausblick“? „5000 Jahre Geschichte Ettenheim“ – die mittelalterliche Magd, die Hexe, der Nachtwächter, in deren Gewand die Stadtführerinnen und Stadtführer teilweise schlüpfen, sie haben gewiss unendlich viel (Neues) zu erzählen.

Text: Klaus Schade
Foto: Stadt Ettenheim