Das Pilotprojekt "Schule und kommunale Jugendbeteiligung" der Landeszentrale für politische Bildung jetzt auch in Ettenheim

19. Dezember 2017

Die Stadt Ettenheim beteiligt sich ab sofort an einem gemeinsamen Pilotprojekt der Landeszentrale für politische Bildung, der Abteilung Schule und Bildung des Regierungspräsidiums Freiburg, zusammen mit den Staatlichen Schulämtern Freiburg und Offenburg. In diesem Projekt mit dem Thema "Schule und kommunale Jugendbeteiligung" geht es um die Vernetzung von Unterricht, SMV-Arbeit und kommunaler Jugendbeteiligung. Ziel ist ein gemeinsamer Politiktag an Schulen.

Heike Schillinger, für die Stadt zuständig für Öffentlichkeitsarbeit und Bürgerbeteiligung, und Udo Wenzl, aus der Bürgerwerkstatt und dem Jugendforum und in Ettenheim ein bekannter Kommunalberater, hatten die Veranstaltung im Sitzungssaal des Palais Rohan organisiert. Mit dabei waren Schulleitungen, Lehrer, Schülerinnen und Schüler der Schülermitverantwortung (SMV) der Ettenheimer Schulen und zwei Referenten des Regierungspräsidiums Freiburg.

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Bürgermeister Bruno Metz, der mit seinem kurzen Rückblick auf interessante Aspekte der Stadtgeschichte sogleich auch sein persönliches Interesse an dieser Veranstaltung formulierte. "Was können wir noch besser machen im Bereich der Schulen und der Beteiligung von Jugendlichen?" So lautete seine Frage. Es sei wichtig, dass bei diesem Projekt Fachkräfte von außen beratend dabei seien und die Ideen aus der Jugendwerkstatt fortgeführt werden, meinte er. Das Jugendforum besteht unabhängig davon bereits seit acht Jahren.

Politik falle nicht vom Himmel, und für die freiheitliche Demokratie gelte es, sich engagiert und persönlich einzusetzen, so Gerfried Kübler, Leiter der Bildungsplankommission und Fachberater für Gemeinschaftskunde im Regierungspräsidium. "Viele Jugendliche zeigen starkes Interesse an politischen Fragen, sie sind aber heftig eingespannt in den schulischen Alltag", meinte er. Gerade auch diejenigen, die sich in der SMV engagierten, kämen dabei oft an zeitliche Grenzen bei all den Prüfungen, der Ganztagsschule und eventuellem Engagement in den Vereinen. Das wurde in den Gesprächen mit den Jugendlichen von Ettenheimer Schulen sehr deutlich.

Peter Pauls, Referent für SMV und Demokratiepädagogik, betonte die Bedeutung der politischen Bildung an den Schulen. "Die SMV ist das Kompetenzzentrum", erläuterte er den Anwesenden. Schule sei Lebensraum für erfahrbare und gelebte Demokratie. Gemeinschaftskunde sei das Leitfach, dessen Inhalte müssten auf lokaler Ebene umgesetzt werden. Dazu seien nach der Änderung der Gemeindeordnung von 2015 und der Einführung des Wahlrechts ab 16 Jahren die Gemeinden auch verpflichtet.

Die Vorschläge aus dem Kreis der Anwesenden waren danach auch sehr konkret. So soll nun eine regelmäßige Arbeitsgemeinschaft "Kommunalpolitik" eingerichtet werden. Das Problem, dass Ettenheim viele Einpendler an den Schulen habe und kommunale Probleme daher von Ort zu Ort verschieden sein könnten, wurde durchaus als lösbar betrachtet. In Ettenheim und seinen Nachbargemeinden soll ein gemeinsamer und gleichzeitiger "Politiktag" für alle achten Klassen stattfinden. Die Bürgermeister von Herbolzheim, Kenzingen, Rheinhausen und Weisweil haben dazu bereits ihre Zustimmung signalisiert.

Schulübergreifende Veranstaltung

Der Schulleiter des Städtischen Gymnasiums Ettenheim, Frank Woitzik, hätte dazu gerne das Regierungspräsidium mit im Boot, eine "Organisation von unten", also von der einzelnen Schule aus, bringe zu viel Reibungsverlust. Das entsprach auch der Einschätzung seiner Lehrerkollegen und Kolleginnen der anderen Schulen. Ein weiterer Vorschlag aus dem Kreis der Anwesenden war eine schulübergreifende Veranstaltung aller SMV-Gremien. Am 16. Januar wollen die Gemeinden Ettenheim, Waldkirch und Gundelfingen gemeinsam die Arbeit fortsetzen.

Foto:   Sandra Decoux-Kone
Text:   Bertold Obergföll, Badische Zeitung