Bildhauersymposium Symp19 im Herbst 2019 geplant

5. November 2018

Fünf Künstler werden für Ettenheim Bleibendes schaffen – aus Stein, aus Holz, aus Ton, aus Stahl oder einem anderen Material. Der Schaffensprozess wird zudem öffentlich sein, jedefrau und jedermann kann die Entstehung der fünf oder mehr Objekte also miterleben. "Symp 19" nennt sich das Projekt, das Erika und Anno Sieberts aus der Taufe heben – ein Bildhauersymposium vom 1. bis 22. September im nächsten Jahr mit Kunstschaffenden aus fünf Nationen.

In der Kunstszene der Region sind die Sieberts seit Jahren eine feste Größe. Erika Sieberts als Kritikerin und Autorin in der Badischen Zeitung, Anno Sieberts als Steinbildhauer und Restaurator. Als Initiatoren und Organisatoren von Symposium sind die beiden in der jüngeren Vergangenheit eher nicht in Erscheinung getreten. Neuland betreten sie dennoch nicht, denn beim Steinbildhauersymposium im Europa-Park (1995) konnte die Familie Mack schon auf ihre Unterstützung zählen. Jetzt also kommt etwas Eigenes.

"Die Idee, Bildhauer aus unterschiedlichen Stilrichtungen in einer Werkstatt oder einem Werkplatz in Ettenheim zusammenzubringen und gemeinsam an einem Thema arbeiten zu lassen, tragen wir schon einige Jahre mit uns. Manches braucht halt einen längeren Reifeprozess. Jetzt passt einfach alles, um diese Idee auch in die Tat umzusetzen," sagt Erika Sieberts. Als Werkplatz wollen die Sieberts das Gelände ihres Ateliers im Kreuzerweg zur Verfügung stellen.

Ganz entscheidend dabei: Gleich fünf Künstler aus fünf Nationen ließen sich von ihrer Idee begeistern. Zwei von ihnen, Erika Inger aus Südtirol und Matthäus Thoma aus Berlin, waren schon hier vor Ort und per Fahrrad auf Tour durch Ettenheim und seine Ortsteile. Denn: Auch wenn die Künstler in der Wahl ihrer Materialien für die Objekte frei sein werden, das Thema ist für sie dennoch vorgegeben: Ettenheim.

Begeistert von der Idee zeigte sich auch der Freundeskreis Prinzengarten, der die Trägerschaft für das Symposium übernommen hat. "Unser Verein sieht sich nicht nur als Bewahrer des Prinzengartens, sondern wir sind auch Förderer von Kunst und Kultur in der Stadt. Insofern passt diese Partnerschaft ausgezeichnet", zeigt der Vorsitzende Thomas Herr in einem Pressegespräch schon so etwas wie Vorfreude. Nicht zuletzt wird der Prinzengarten durch das Symposium auch gestalterisch eine Bereicherung erfahren. Denn der Garten wird nicht nur für die Auftakt- und Schlussveranstaltung dem Symposium einen besonderen Rahmen geben, zu erwarten ist auch, dass zumindest ein Exponat im Garten dauerhaft einen Platz finden wird.

Selbstredend unterstützt auch die Stadt das Kunstprojekt. Bereits im April haben Erika und Anno Sieberts ihr Konzept im Gemeinderat vorgestellt und waren bei den Stadträtinnen und Stadträten auf offene Ohren gestoßen. In den kommenden Haushaltsberatungen soll, so der Vorschlag von Bürgermeister Bruno Metz, dem Symposium ein Budget zugeteilt werden, auch wenn bis zum Ende des Symposiums offen bleibt, wie das Ergebnis ausschauen wird. "Die Künstler werden alle Freiheiten haben, das Thema in Kunst umzusetzen. Das ist Reiz, Wagnis und Spannung zugleich," befindet Bürgermeister Bruno Metz.

Spannung versprechen auch die nächsten Wochen für die Initiatoren Erika und Anno Sieberts, denn noch sind erst die ersten Schritte getan. Bis zum Frühjahr sollen die Künstler jeweils zwei, drei alternative Entwürfe für ein Objekt vorlegen. Welche Alternative dann ein jeder umsetzen wird, wird wohl auch davon abhängig sein, für welche Materialien er sich entscheidet. "Wir wollen jedem Künstler das von ihm bevorzugte Material bereitstellen – sofern wir es besorgen und auch finanzieren können", sagt Anno Sieberts und spricht damit auch einen noch zentralen Punkt des Projekts an: die Finanzierung. Diese soll über die Stadt und vor allem über Sponsoren gesichert werden. Ein Budget von 50 000 Euro für das Symposium hält Sieberts für realistisch. Zur Finanzierung des Projekts kann auch jedermann selbst beitragen. Der Freundeskreis Prinzengarten hat eigens ein Spendenkonto eingerichtet (Volksbank Lahr, Freundeskreis Prinzengarten, Betreff: Bildhauersymposium, IBAN: DE 44 6829 0000 0060 6094 03)

Teilnehmende Künstler: Matilde Grau (Barcelona, Spanien), Michael Dan Archer (Leistershire, Großbritannien), Erika Inger (Lana, Italien), Wolfgang Wohlfahrt (Wien, Österreich), Matthäus Thoma (Berlin).

Text: Klaus Fischer, Badische Zeitung
Foto: Herbert Birkle