Bauliche Entwicklung "Auf den Espen Süd"

11. Dezember 2019

In der kommenden Gemeinderatssitzung am 19. Dezember wird es erneut um die Frage gehen, ob die Fläche "Auf den Espen Süd" mit rund 2 ha für eine mögliche bauliche Entwicklung untersucht werden soll. Mehrfach hatte sich der Gemeinderat in der Vergangenheit bereits mit dem Thema beschäftigt. In Unterschriftenlisten wurde eine bauliche Entwicklung entweder abgelehnt oder in reduzierter Form angeregt.

Die Espen sind seit jeher eine Fläche, die Emotionen wecken. So war es schon, als vor rund 20 Jahren die Umfahrung Auf den Espen konzipiert und gebaut wurde. Kritische Stimmen gab es zur Ausweisung des Parkplatzes. Ein großes Beteiligungsverfahren ging der Einrichtung des Jugendsportplatzes voraus. Eher unkritisch wurde der Ausbau und die Modernisierung von Bauhof und Wasserwerk begleitet.

Worum geht es nun?

In einer längeren Untersuchungs- und Diskussionsphase hat sich gezeigt, dass der Kindergarten am Oberen Tor, der technisch und vom Standard her großen Investitionsbedarf hat, nicht sinnvoll sanierungsfähig ist. Schon im Sommer war bei einem Treffen des bisherigen und neuen Gemeinderatsgremiums gemeinsam die Erkenntnis gewachsen, dass er besser in der Nähe neu gebaut werden soll. Im Sommer meldete sich auch die Caritas, die in Ettenheimmünster ein Pflegeheim betreibt, dessen Betrieb sie auf Forderung des Landes Baden-Württemberg spätestens 2025 einstellen muss, weil Vorschriften der Landesheimbauverordnung, die in den letzten Jahren erheblich verschärft wurden, in Ettenheimmünster nicht eingehalten und auch nicht durch Sanierungen sinnvoll erreicht werden können.

Auch mit diesem Thema hat sich der Gemeinderat mehrfach auch in einer Besichtigungsfahrt beschäftigt. Die Caritas muss neu bauen und würde dies gerne in der Kernstadt tun. Favorisierter Standort wegen Erreichbarkeit, Ortsnähe, Anbindung an städtische Infrastrukturen etc. wären die Espen.

Dazu kommt ein Bedarf beim Bauhof, der in den zurückliegenden Jahren ebenfalls gewachsen ist, z.B. werden Bauhöfe der Ortschaften integriert. Die zu betreuenden Flächen sind gestiegen, ebenso die Anforderungen. Außerdem erfüllt das bisherige Gebäude an einigen Stellen nicht die aktuell geltenden Arbeitssicherheitsvorschriften. Eine Erweiterung ist nötig. Bevor die angegangen wird, soll ein Fachbüro Alternativstandorte aus städtebaulicher Sicht vergleichen und bewerten. Da auch das Feuerwehrhaus erweitert bzw. neu gebaut werden soll, gibt es Überlegungen eventuell Bauhof und Feuerwehr und Wasserwerk an neuer Stelle auszusiedeln und zu platzieren.

Am drängendsten aus Sicht der Stadtverwaltung sind die Entscheidungen zum Kindergarten und zum Seniorenpflegeheim. Da es für viele nur schwer vorstellbar ist, überhaupt eine bauliche Entwicklung südlich des Bauhofs zum Mühlenweg hin anzugehen, wird vorgeschlagen, eine städtebauliche Konzeption für diese Flächen zu beauftragen. In dieser Konzeption sollen und Fragen des Naturschutzes, des Klimas, der städtebaulichen Einbindung, der Eignung überhaupt sowie auch mögliche Gestaltungen von Grünflächen und Wegebeziehungen beleuchtet werden. Auf dieser Grundlage könnte der Gemeinderat entscheiden, ein Bebauungsplanverfahren durchzuführen.