Ausstellung „Bildkollagen“ im Rathaus Ettenheim

11. Februar 2019

„Bildkollagen“ heißt der Titel der aktuellen Ausstellung im Rathaus Ettenheim, die am Mittwochabend eröffnet wurde. Die Künstlerin Cornelia Chevalier ist eine ehemalige Studentin der Akademie für Bildende Künste in Lahr und stellt ihre besonderen dreidimensionalen Werke bis zum 30. April im Obergeschoss des Rathauses aus. Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten des Rathauses zu sehen.

Schon immer hat sie sich mit Kunst und Farbe beschäftigt. Eine gewisse Affinität für die Farbenwelt war schon als Schülerin vorhanden, so Chevalier. Was ihre Kunst ausmacht ist das Improvisieren von spezifischen Formen. Die meisten ihrer Arbeiten, die sie in Ettenheim zeigt, sind räumliche Arbeiten. Darunter befinden sich ein paar wenige Tafelbilder der informellen Kunst, die sie ohne vorherige Zeichnung beginnt. Es sind 100 x100 große Acryl Mischtechniken die den Titel tragen wie „Gleiche Farbe-Neus Spiel“ oder „Zufällig oder gewollt“. Diese Bilder sind in Form und Farbe ihr Markenzeichen. Sie tragen ihr Handzeichen und sind ein Alleinstellungsmerkmal der Künstlerin.

Für ihre räumlichen Bilder benötigt Cornelia Chevalier ein großes Arsenal an Gegenständen. Voraussetzung für diese Art zu malen ist ihre Sammelleidenschaft von ausgedienten Dingen wie Tücher, Muscheln, Schuhe, Gürtel oder Uhren, die sie auf dem Bild zu einem Ensemble zusammenfügt.  Dabei springen dem Betrachter gewisse Dinge ins Auge; sie drängen sich auf. Erst eine größere Auswahl an Gegenständen machen das Arrangement auf den Materialcollagen möglich. Dabei werden Gegenstände zusammengesetzt, die im Alltag keinen Bezug zueinander haben. Zuerst tränkt sie die Stoffe mit Leim und kreiert so den Untergrund. Dann werden die Gegenstände darauf platziert. Große, schwere Gegenstände werden angeschraubt. Das Ergebnis ist nie geplant. Es ergibt sich während der Komposition. Cornelia Chevalier biegt und formt, zerteilt und arrangiert bis zur gewünschten Form. Danach wird alles weiß neutralisiert. Das bildet die Grundlage für die Farbe, die Bewegung ins Bild bringt. Häufig kann erste durch genaues Betrachten der ursprüngliche Gegenstand erkannt werden.

Kreatives Arbeiten ist ein passender Ausgleich zu ihrer Berufstätigkeit, so Chevalier. Im Abendstudium an der Kunstakademie von 2010 bis 2016 fand sie das Thema Materialcollagen sehr reizvoll und schuf für ihre Abschlussarbeiten viele Werke, die sie schon in mehrere Ausstellungen präsentiert hat. Cornelia Chevalier ist Mitglied bei Lárt pour Lahr“ In ihre Werke hat Franz Joseph Held, der künstlerische Leiter der Akademie eingeführt und den Besuchern einen kurzen Streifzug durch die Kunstgeschichte gegeben. 

Text und Foto: Sandra Decoux-Kone