Andreas Kremer soll neuer Ortsvorsteher werden- Neuer Ortschaftsrat konstituiert – der alte verabschiedet

17. Juli 2019

Was man seit geraumer Zeit in Altdorf munkeln hörte, bestätigte sich am Montagabend bei der konstituierenden Sitzung des neu gewählten Altdorfer Ortschaftsrates. In geheimer Wahl sprach sich im zweiten Wahlgang eine 7:4-Mehrheit dafür aus, dass Andreas Kremer (SPD) neuer Ortsvorsteher von Altdorf werden soll. Die Entscheidung obliegt dem Ettenheimer Gemeinderat.

Dem neuen Altdorfer Ortschaftsrat gehören je vier Räte der CDU, der SPD sowie der Freien Wählervereinigung (FWV) an. Aus den Reihen der FWV wurde der bisherige Ortsvorsteher (er bekleidete dieses Amt in den letzten zehn Jahren) Michael Biehler vorgeschlagen. Aus den Reihen der SPD wurde der Vorschlag Andreas Kremer geäußert, die CDU verzichtete auf einen Wahlvorschlag. In geheimer Abstimmung unter Leitung von Bürgermeister Bruno Metz – die geheime Abstimmung wurde beantragt – erhielten im ersten Wahlgang sowohl Biehler als auch Kremer je vier Stimmen, vier Ortschaftsräte enthielten sich. Im dadurch erforderlich gewordenen zweiten Wahlgang – wiederum geheim – vereinigte Kremer dann sieben Stimmen auf sich, vier votierten für den bisherigen Ortsvorsteher, ein Ortschaftsratsmitglied enthielt sich. Damit geht Andreas Kremer, der seit 25 Jahren dem Gremium angehört, in den letzten zehn Jahren 2. Vertreter des Ortsvorstehers war und erstmals auch dem neuen Ettenheimer Gemeinderat angehört, als Wunschkandidat Altdorfs in das Abstimmungsverfahren im Gemeinderat.

CDU stellt zwei Stellvertreter

Als 1. Stellvertreter des Ortsvorstehers wurde aus den Reihen der CDU Christoph Biehler vorgeschlagen – er vereinte gleich im ersten Wahlgang acht der zwölf Stimmen auf sich (3 Enthaltungen, 1 ungültig). Als 2. Stellvertreterin soll auf Wunsch des Gremiums (8 Ja bei 4 Enthaltungen im zweiten Wahlgang) Neu-Ortschaftsrätin Manuela Steigert fungieren.

Während der abgewählte Ortsvorsteher seinem Nachfolger wie dem gesamten neuen Ortschaftsrat ein erfolgreiches Wirken zum Wohle Altdorfs wie der Gesamtstadt wünschte, sprach Andreas Kremer seinen Ratskollegen Dank für das in ihn gesetzte Vertrauen aus. Er sei hoch motiviert, so der langjährige Vorsitzende des FSV Altdorf, seit fünf Jahren Schriftführer der Vereinsgemeinschaft Altdorf und Mitglied des Fördervereins Synagoge. Dank gelte seinem Amtsvorgänger. „Es ist ja nicht so, dass wir uns spinnefeind wären“, versicherte Kremer.

Michael Biehler: „Auf gutem Weg“

Ehe der bisherige Ortschaftsrat den Ratstisch für den neuen, zwölfköpfigen Rat frei gab (Bürgermeister Metz ließ die neuen Mitglieder die Verpflichtungsformel unterschreiben), ließ der noch amtierende Ortsvorsteher Michael Biehler einige Schwerpunkte der Altdorf-bezogenen lokalpolitischen Betätigungsfelder der letzten Jahre vor dem Publikum im bis auf den letzten Platz besetzten Sitzungssaal revuepassieren. Er erinnerte an die Kämpfe um die Verkehrsregelung im Kreuzungsbereich von Orschweierer Straße und Bundesstraße, an die Diskussionen um die Tankstelle, die Sanierungsmaßnahmen auf dem Sportplatz, die Erweiterung des Kindergartens, die Sanierung der Grundschule, die Diskussionen um die Brücke am Umrank, das Ringen um den Neubau der Sporthalle, an Baugebiete wie Steinröhre oder Giersbühl und viele weitere Themen. „Wir sind, so denke ich, auf einem guten Weg gewesen und sind es weiterhin“, so Biehler, ehe er die ausscheidenden Ortschaftsräte Sabine Hofstetter (2 Jahre), Bernhard Mösch (5 J.), Jürgen Guth und Willi Zehnle (beide je 10 Jahre) sowie  Wolfgang Ohnemus (30 Jahre) verabschiedete. Alle ausscheidenden Räte hatten sich nicht mehr zur Wahl gestellt.

Wolfgang Ohnemus: „Zuletzt mehr geredet als bewirkt“

Dankesworte an das bisherige Gremium sprachen zum Schluss Bernhard Mösch („5 lehrreiche Jahre“), Christian Machleid vor allem an den langjährigen Ratskollegen Wolfgang Ohnemus („Um die Gestaltung Altdorfs sehr verdient gemacht“) sowie Ohnemus selbst, der in seinem kurzen Rückblick an sein Einstiegsjahr 1989 erinnerte, als in Altdorf der Wechsel Klasterer/Hug vollzogen wurde, die Vereinsgemeinschaft gegründet und Altdorf 1856 Einwohner hatte. Weitestgehend habe die Arbeit des Ortschaftsrates ein faires Miteinander geprägt. Bedauerlich habe er empfunden, dass zuletzt viel Emotionalität Einzug gehalten habe, „mehr geredet als bewirkt“ worden sei.

Text: Klaus Schade
Foto: Sandra Decoux-Kone