20. Kaiserbergfest bei Kaiserwetter

4. Oktober 2019

Bedenkenswertes beim Eröffnungsgottesdienst – Hoheitliche Festeröffnung

Bei strahlendem Sonnenschein startete das 20. Kaiserbergfest im gewohnten Rahmen: mit einem ökumenischen Gottesdienst und anschließender hoheitlicher Festeröffnung durch die amtierende Breisgauer Weinprinzessin Lisa Bader. Die beiden Geistlichen, Oliver Wehrstein und Michael Gartner, stellten die beiden Mottos des zweiteiligen Jubiläumsfestes „Alles wie immer“ (für das eigentliche Fest) und „Alles anders“ (für den einmaligen Jubiläums-Vorabend) in beeindruckenden Gedanken in den Mittelpunkt ihrer Ansprachen. Die Gemeindelieder wurden von der Musikkapelle Ringsheim begleitet.

Dass man neuen Wein nicht in alte Schläuche fülle – diese Bibelstelle gab Herbolzheims evangelischem Pfarrer Oliver Wehrstein den Impuls in das Spannungsfeld von Tradition und Innovation, in den permanenten Widerstreit von Kräften, die Neues fordern, mit solchen, die lieber Bewährtes bewahren wollen, in den Konflikt zwischen Interessen der Gemeinschaft und dem eigenen Ich hineinzublicken. Der Idealfall, Neues zu schaffen, wo es Not tut, am besten mit Hilfe von Bewährtem, er sei eben nicht so leicht herzustellen. Sein katholischer Amtskollege aus Rust/Ringsheim, Michael Gartner, konkretisierte dieses Spannungsfeld mit Blick auf die Geschichte der drei Gemeinden, die das Kaiserbergfest ausrichten. Nicht immer sei das harmonische Miteinander, wie es hier auf „dieser Oase des Glücks“ am Fuße des Heubergturms seit nunmehr zwanzig Jahren vorbildlich gelebt werde, in der geschichtlichen Vergangenheit anzutreffen, ebenso wenig wie das inzwischen selbstverständliche ökumenische Miteinander. Das Überwinden von Grenzen, wie es ja gerade auch der 3. Oktober als Tag der deutschen Einheit bewusst mache, sei sicherlich auch im Spannungsfeld von „Alles wie immer“ und „Alles anders“ ein wichtiger Schritt.

Thomas Gedemer, Bürgermeister von Herbolzheim, das in diesem Jahr turnusmäßig das Kaiserbergfest auszurichten hatte, knüpfte bei seiner Begrüßung an die Gedanken der Geistlichen an und zitierte das Motto der Zentralen Veranstaltung zum Tag der deutschen Einheit in Kiel: „Mut bringt zusammen.“ Das würden die drei Gemeinden am Fuße des Kahlenbergs vorbildhaft leben. Respekt in dieser Richtung zollte auch die amtierende Breisgauer Weinprinzessin, die schließlich das Fest eröffnete.

Dieses lief dann „wie immer“ in bewährtem Rahmen ab. Die Winzergenossenschaften Herbolzheim und Münchweier-Wallburg-Schmieheim, die Weingüter Ibert und Weber, der Weinhof Volz und die Heuberggaststätte sorgten für ein breites Essens- und Getränkeangebot. Die Jugendpflege Herbolzheim bot reizvolle Kinderbetreuung, EnBW, Schwarzwaldverein und badenova luden an Informationsstände ein, für musikalische Unterhaltung sorgten die Stadtkapelle Ettenheim und der Musikverein Bleichheim.

Text: Klaus Schade
Bild: Sandra Decoux-Kone