St. Landelin und der heilende Brunnen

Eine große Wallfahrtskirche erhebt sich heute an der Stelle, wo sich der irisch-schottische Missionar Landelin im 7. Jahrhundert in einer Einsiedelei niedergelassen hat.

Nach der Legende wurden Jagdhunde in seiner Nähe zahm und unfähig zu jagen. Weil man das für Zauberei hielt, soll er von einem Jäger erschlagen worden sein. Aus dem blutgetränkten Boden seien fünf Quellen entsprungen, deren Wasser bald als Wunder wirkend galt.

Schon kurz nach Landelins Märtyrertod soll die Verehrung des Heiligen begonnen haben. Bischof Eddo von Strassburg hat hier ein Kloster namens „Ettenheim" errichtet. Die später bedeutende Abtei erlebte im Barock ihre Blütezeit, wurde 1803 während der Säkularisation aufgehoben und 1865 endgültig zerstört.

Am Sonntag nach dem Landelinstag, dem 22. September, gibt es in der Wallfahrtskirche einen Festgottesdienst mit anschließender, großer Reiterprozession, in der die silbergetriebene Landelinsbüste aus dem Jahr 1506 mitgetragen wird. Im Zentrum der Wallfahrt steht auch die heilende Quelle bei der Kirche, aus der viele Wasser nach Hause nehmen.