Veranstalter haben an alles gedacht - die gute Kooperation dreier Kommunen hat ein gelungenes Kaiserbergfest rund um den Aussichtsturm möglich gemacht

6. Oktober 2017

Herbstwetter in seinen schönsten Farben: So zeigte sich pünktlich zur offiziellen Eröffnung der Himmel über dem Aussichtsturm auf dem Heuberg. Die Badische Weinprinzessin Miriam Kaltenbach aus Wildtal stieß mit den zahlreichen Gästen auf ein paar schöne Stunden auf dem herrlich gelegenen Aussichtspunkt mit einem Gläschen Burgunder an.

Beim morgendlichen Start in den drei teilnehmenden Gemeinden Ringsheim, Ettenheim und Herbolzheim hatte es noch nicht so gut ausgesehen. Dunkle Wolken hingen noch über der Vorbergzone, die Wanderer hatten sich für alle Fälle schnell noch eine Regenjacke eingepackt. Aber es kam viel besser. "Im Ruester Loch wurd’s heller", hatte Bürgermeister Bruno Metz vor dem Prinzengarten schon gesehen. Klaus Rösch von der Winzergenossenschaft schenkte zum Start durch die Weinberge ein Gläschen Rohan-Riesling-Sekt aus. Metz versprach, so werde es "besser de Weg nuffgoh".

Kaiserwetter beim Kaiserbergfest

Bürgermeister Heinrich Dixa aus der für das Kaiserbergfest diesjährig federführenden Gemeinde Ringsheim verbreitete in seiner Begrüßung ebenfalls Hoffnung auf bestes Kaiserwetter, da zogen noch einmal dunkle Wolken über die Gäste hinweg. Er dankte den Mitarbeitern aller drei Kommunen, stellvertretend für alle besonders seiner Mitarbeiterin Melanie Kaufmann, für die Organisation im Vorfeld. Überhaupt gebe es nicht nur auf der Ebene der Bürgermeister eine gute Zusammenarbeit, sondern vor allem auch auf der Ebene der kommunalen Mitarbeiter. Dixa konnte zahlreiche Ehrengäste begrüßen, der ehemalige Kultusminister Helmut Rau mit Gattin war ebenso anwesend wie auch die wieder gewählten Bundestagsabgeordneten Johannes Fechner und Peter Weiss, auch Ortsvorsteher, Ortsvorsteherinnen und weitere Kommunalpolitiker zog es hoch auf den Heuberg.

Der Vizepräsident des Badischen Weinbauverbandes, Peter Schuster, dankte dem "Trio glorioso", wie sich die drei Bürgermeister Dixa, Schilling und Metz zukünftig nach seinen Worten nennen könnten, für ihre Verdienste um den Weinbau im Breisgau. Sie hatten das interkommunale Kaiserbergfest vor 18 Jahren aus der Taufe gehoben. Er verlieh ihnen die silberne Ehrennadel des Verbandes.

Die Weingüter Ibert und Weber und der Weinhof d’Werkstatt aus Ringsheim präsentierten ihre Produkte, wie auch die Winzergenossenschaften Münchweier-Wallburg-Schmieheim und Herbolzheim. Duftende Flammenkuchen, Zwiebelkuchen mit Rissigem, Kürbiscremesuppe, Sauerbraten mit Nudeln – die Veranstalter, auch der Heubergwirt, hatten an alles gedacht und hatten zahlreiche Menschen zu Gast.

In einem ökumenischen Gottesdienst hatten die Pfarrer Michael Gartner (katholische Kirche Rust-Ringsheim) und Botho Jenne (evangelische Kirche Herbolzheim) den Text der deutschen Nationalhymne zum Inhalt ihrer Predigt gemacht. Nationalhymne und Gottesdienst, darin sieht Gartner keinen Widerspruch. Einigkeit, Recht und Freiheit, diese Werte kennzeichneten den politischen Festtag der Wiedervereinigung Deutschlands. Eine gute Zusammenarbeit und friedliches Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen und Religionen solle aber auch das Ziel in den Kirchen und Kommunen sein und deren Arbeit bestimmen. Es gelte, zu danken für die friedliche Revolution vor fast 30 Jahren und die wachsende Bedeutung der Ökumene. Sie beide seien Brüder im Geiste, wenngleich "in unterschiedlichen Firmen" tätig. Die Bürgermeister Metz, Schilling und Dixa lasen die Fürbitten, die Weinprinzessin hatte die Lesung übernommen. Die Musikkapelle Ringsheim mit Dirigent Gerd Furtwängler begleitete den Gottesdienst. Später übernahmen der Musikverein Münchweier und der Akkordeonverein Herbolzheim die Unterhaltung der Gäste.

Ertragsausfall nach den Frostnächten

Dieses Jahr haben die Winzer mit einem heftigen Ertragsausfall wegen der Frostnächte im Frühjahr zu kämpfen, genauso sind aber auch die Obstbaubetriebe betroffen. Der Gang durch die Weinberge hinauf auf den Heuberg ließ viele Schäden bei Nüssen, bei Äpfeln und Mirabellen erkennen. Viele Winzer treibt auch die Frage um, wie weit der Reblausschädling die Kulturen zukünftig beeinträchtigen wird. Jedenfalls wurden dieses Jahr erheblich weniger Trauben geerntet als im vorigen Jahr.

Text: Bertold Obergföll - Badische Zeitung