Politik-AG, Krankenhaus und Verkehrssituation vor der Schule beschäftigen die Jugendlichen

11. Mai 2018

Politik-AG, Krankenhaus und Verkehrssituation vor der Schule beschäftigen die Jugendlichen

Was bewegt junge Menschen in der Stadt? Was kann jeder Einzelne zur Zukunft der Stadt beitragen? Was sollte verbessert werden? In der Schlussrunde der von der Stadt Ettenheim initiierten und von der Landeszentrale für politische Bildung und dem Deutschen Kinderschutzbund unterstützten Werkstattreihe formulierten Jugendliche klare Positionen. Etwa diese: temporäre 30-er-Zonen vor den Schulen.

"Bringt Euch ein! Formuliert Eure Interessen! Sprecht die Entscheidungsträger direkt an! You can change it. Change it! (zu deutsch: Du kannst es ändern! Ändere es!)." Das ist die Botschaft dieser Workshopreihe. Ungefähr 80 Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 bis 10 des Städtischen Gymnasiums, der Heimschule St. Landolin und des August-Ruf-Bildungszentrums erprobten darin selbst Formen der Demokratie.

 

Auch Krankenhausdebatte wurde thematisiert

Flipcharts, Stellungnahmen und Präsentationen am ungewohnten Mikrofon vor Zuhörern gehörten am Dienstag zu den Arbeitsmitteln in sieben verschiedenen Gruppen. Dabei zeigte sich bei anfänglichen Schwierigkeiten: Gemeinsam geht’s besser und schulübergreifend vielleicht effektiver. Es waren die Themenfelder Erhalt des Krankenhauses in Ettenheim, Vorbereitung einer Fahrt in den Landtag von Baden-Württemberg, aber auch die Tempo 30-Zone, öffentliche Verkehrsmittel, Politik-AG und Zukunft in Ettenheim, die sich als Interessenschwerpunkte in den vorangegangenen Treffen herauskristallisiert hatten. Die Ergebnisse: mehr Bushaltestellen, verkürzte Taktfrequenz der Fahrten, bessere Anbindung an den Bahnhof. Hier konnte Udo Wenzl als die Reihe betreuender Kommunalberater Hoffnung machen. Schon bald werde eine neue Lösung vorgestellt werden. Und bei der schulübergreifenden angestrebten Politik-AG soll es bis Ende Juni aus dem Forum eine Rückmeldung an die Schulen geben, um sie zum neuen Schuljahr auch realisieren zu können. Konkret wurden Briefe verfasst, die sich an den Landrat wenden mit dem Ziel, aus Sicht der Jugend die Bedeutung Ettenheims als Klinikstandort zu beschreiben. Formuliert wurde ein Brief an eine Schulleitung mit der Bitte, hierfür Unterschriften an der Schule sammel zu dürfen.

 

App zur Vernetzung der Politik-AGs?

Als "geradezu visionär" und wegweisend betrachtete Co-Moderator Jakob Crone die Anregung zu einer für alle zugänglichen App zur Vernetzung innerhalb der Politik-AG – aber ohne Kommentarfunktion, um einen eventuellen Missbrauch zu verhindern.
Die Lehrkräfte Jessica Bold, Anne Gekeler und Christian Diem begleiteten ihre Schüler bei der Veranstaltung, bei der es nicht allein um die Inhalte, sondern um den Willensbildungsprozess in der Demokratie ging. Interessant waren die Vorschläge zur Erhöhung der Verkehrssicherheit für die Schüler, so beispielsweise die temporären 30-er-Zonen vor den Schulen. Die Presse-Gruppe erstellte parallel einen Bericht über die Veranstaltung, der über die Verwaltung publiziert werde, so Heike Schillinger für die Stadt Ettenheim. "Schnelles Internet" war eine weitere Forderung des Workshops. Da passt es, dass gerade in diesen Tagen in der Stadt die neuen Leitungen für das Breitbandkabel verlegt werden.

Text: Bertold Obergföll, Badische Zeitung