Neues Jugendbeteiligungsprojekt - Kooperation zwischen Stadt und Schulen

14. März 2017

Mit einer neuen Art der Jugendbeteiligung möchte die Stadt Ettenheim die bisherige Form weiterentwickeln. In der kommenden Woche sind alle Achtklässler der Ettenheimer Schulen ins Rathaus eingeladen und werden getrennt nach Schulen jeweils einen Vormittag lang an Politikworkshops teilnehmen. Rund 400 Schüler erleben eine Woche lang Kommunalpolitik hautnah und haben die Chance Ideen und Vorschläge zu entwickeln. Diese werden dann am 28. März in einer öffentlichen Sitzung im Städtischen Gymnasium dem Gemeinderat vorgestellt.

"Sie sollen mitreden, mitentwickeln, mitgestalten und ermutigt werden, ihre Sicht auf die Stadt auszudrücken und ihre Ideen einzubringen", fasst Bürgermeister Bruno Metz die Ziele zusammen. Die Veranstaltungsreihe findet in enger Kooperation mit den Schulen statt, deren Rektoren gestern auch gemeinsam mit Vertretern der Stadt und Moderator Udo Wenzl über das geplante Projekt im Rahmen eines Pressegesprächs informierten. Gefördert wird das Beteiligungsprojekt von der Jugendstiftung Baden-Württemberg.

„Angesichts der aktuellen politischen Entwicklungen ist die Partizipation Jugendlicher wichtiger denn je“, betonte Eberhard Pfister, Schulleiter der Heimschule St. Landolin. Dr. Frank Woitzik, Rektor des Städtischen Gymnasiums mahnte: „Wir haben keine Alternative, wir brauchen Politikinteressierte, sonst ist unsere Demokratie gefährdet“. Auch für Beate Ritter vom August-Ruf-Bildungszentrum war es wichtig, keine Extreme in den Vordergrund treten zu lassen. Partizipation ist nach ihrer Erfahrung dann erfolgreich, wenn die Jugendlichen merken, dass es etwas mit ihrer Lebenswelt zu tun hat.

Auftakt der Politikwoche ist am Montag mit einem schulübergreifenden Workshop für alle Klassensprecher und SMV Mitglieder. Da auch Landespoltische Themen bearbeitet werden, wurden auch die beiden Landtagsabgeordneten des Wahlkreises eingeladen. Sandra Boser (Grüne) wird mit den Jugendlichen zu Themen der Landespolitik diskutieren. Marion Gentges (CDU) ist wegen eines wichtigen Sitzungstermins in Stuttgart leider verhindert.

Moderiert wird die Reihe von Udo Wenzl, der als Kommunalberater für Kinder- und Jugendbeteiligung seit 2009 zahlreiche Veranstaltungen mit Jugendlichen in Ettenheim moderiert hat. „Unser Ziel ist es die Sicht auf Ettenheim von allen Schülern zu erhalten – wir möchten vermitteln wie funktionieren die Abläufe in einer Stadt – wie funktioniert Politik“, erklärte Udo Wenzl. Jugendbeteiligung ist politische Bildung. Uns geht es um einen Dialog auf Augendhöhe – denn nur wer das Gefühl hat ernst genommen zu werden, will sich einbringen“, so Udo Wenzl. Bei der Stadt begleitet Heike Schillinger das Projekt.

Jugend BeWegt im Ettenheimer Rathaus:
20. März: Einführungsworkshop mit SMV und Schülersprechern
21. März: Politik-Workshop für die 8. Klassen des Städtischen Gymnasium
22. März: Politik-Workshop für Achtklässer der Realschule der Heimschule St. Landolin
23. März: Politik-Workshop für die Achtklässler des Gymnasiums der Heimschule St. Landolin
27. März: Politik-Workshop für die 8. Klassen des August-Ruf-Bildungszentrums
28. März, 19 Uhr: Präsentation der Ergebnisse und Vorschläge im Gemeinderat, im Städt. Gymnasium

Foto: Sandra Decoux-Kone