Katholische Pfarrgemeinde übernimmt Trägerschaft in Kita „Supperten“

5. Januar 2018

„Für die Stadt eine große Hilfe“, so Bürgermeister Metz - „für die Kirche ein Bedürfnis, dorthin zu gehen, wo die Menschen sind“, so Ettenheims Stadtpfarrer Martin Kalt zur Vereinbarung, dass die Stadt den neuen Kindergarten in den Supperten zwar bauen wird, die katholische Kirchengemeinde St. Bartholomäus aber dessen Trägerschaft übernehmen wird.

Bekanntlich soll in Kürze im Neubaugebiet „Supperten“ im Westen der Stadt ein weiterer Kindergarten mit zunächst vier Gruppen (Erweiterungsmöglichkeit auf sechs Gruppen eingeplant) entstehen. Er wird dann die insgesamt zwölfte Einrichtung für Kinder vor dem Grundschuleintritt sein. Fünf Kitas in der Kernstadt (St. Bartholomäus), in Altdorf (St. Nikolaus), Wallburg (Arche Noah), Münchweier (St. Anna) und Ettenheimmünster (St. Landelin) befinden sich bereits in Trägerschaft der katholischen Kirchengemeinde, drei in städtischer, drei in privater oder gewerblicher Trägerschaft.

Für den Kindergarten in den „Supperten“ führte die Stadt, so Metz im Rahmen einer Pressekonferenz am gestrigen Vormittag, Gespräche mit drei potentiellen Trägern. Dass sich die katholische Kirchengemeinde – trotz auferlegter Zurückhaltung durch die Erzdiözese – hierfür entschieden hat, führte Pfarrer Martin Kalt zum einen auf frühzeitiges Vorstelligwerden in Freiburg zurück, zum andern auf ihre Sicht, dass die Kirche hier einen wichtigen pastoralen Auftrag sieht und verwirklichen möchte. „Weil du in meinen Augen teuer und wertvoll bist“, zitierte Kalt eine Jessaia-Bibelstelle. Kinder seien es wert, „dass wir uns für sie einsetzen.“ Als Kirche in einem Neubaugebiet präsent zu sein, Begegnungsmöglichkeiten für Familien zu schaffen – diese Chance rechtfertige in seinen Augen auch einen entsprechenden finanziellen Aufwand, so Kalt. Deswegen habe man ja im Jahr 2016 mit Ann-Kathrin Wetzel eine Pastoralreferentin eingestellt, die mit einem Teil ihres Deputats speziell für Kindertagesstätten verantwortlich ist.

Mit einem Vollzeitäquivalent von acht Erzieherinnen rechnen Stadt und Pfarrgemeinde im neuen Kindergarten, für den derzeit zwei U3- sowie zwei Ü3-Gruppen geplant sind. Das erweitert das Platzangebot in allen Ettenheimer Einrichtungen dann auf 515 Ü3- sowie 150 U3-Kinder.

Auf 3,5 Millionen Euro sind die Baukosten für den neuen Kindergarten in den „Supperten“ – die Pfarrgemeinde wird dann auch dieser Einrichtung einen religionsbezogenen Namen geben, wie Kalt ankündigte – veranschlagt. Mit dem Baubeginn rechnet Bürgermeister Metz in diesem Frühjahr. Im Idealfall wäre die Einrichtung dann nach einem Jahr Bauzeit bezugsfertig – eine allerdings optimistische Prognose, wie Metz angesichts der derzeitigen Lage auf dem Baumarkt einräumt.

Mit 515 Kindern über drei  und 150 Kindern unter drei Jahren rechnet die Stadt für das neue Kindergartenjahr in allen ihren Kindertagesstätten. Überdurchschnittliche Zunahme verzeichnet man auch in Ettenheim bei den U3-Kindern, deren Gruppen (maximal 10 Kinder) die Finanzen von Stadt und Trägern besonders fordern. Die Betriebskosten für den neuen Kindergarten in den „Supperten“ rechnen Stadt und Pfarrgemeinde auf 700 000 Euro jährlich hoch. Insgesamt liegen die jährlichen Kosten der Stadt für alle Kindergärten bei 4,2 Millionen Euro. Trotz Zuschüssen und Elternbeiträgen bleibt dabei ein Defizit von 2,5 Millionen Euro. Zusammen mit den Schulen hat die Stadt bei jährlichen Kosten von 7 Millionen Euro ein Defizit von knapp 4 Millionen zu stemmen. Bei den Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft übernimmt die katholische Pfarrgemeinde einen Anteil von 10 Prozent am Defizit. 

Text: Klaus Schade
Fotos: Herbert Birkle