Ettenheim soll blühen: Planung für „Natur nah dran“-Projektflächen startet nach Besichtigung

9. März 2018

Kommunale Delegation besucht „Natur nah dran“-Schulung und Wildblumenspezialist Dr. Reinhard Witt berät vor Ort in Ettenheim

Vielfältig, naturnah und insektenfreundlich: Am Dienstag, 06.03.2018, besuchte Bauhofleiter Markus Ohnemus und Gärtner Jörg Himmelsbach eine Schulung im Rahmen des NABU Projektes „Natur nah dran“ in Ludwigsburg. Neben einer theoretischen Einführung fand in Ludwigsburg auch eine Exkursion zu bereits naturnah umgestalteten Wildstaudenflächen und Blumenwiesen statt, die die Stadt Ludwigsburg 2016 mit „Natur nah dran“ angelegt hatte. Die Teilnehmenden erhielten bei der Veranstaltung viele Anregungen und Tipps, wie im Siedlungsraum artenreiche Lebensräume für Hummeln, Distelfinken und Schwalbenschwänze geschaffen werden können.

„Jeder Quadratmeter ist wertvoll: Gerade in Städten und Gemeinden schlummert enormes Potential für mehr biologische Vielfalt“, sagt Carolin de Mattia vom NABU Baden-Württemberg. „Bei der Anlage naturnaher Flächen gibt es einiges zu beachten. Zum Beispiel sehen einjährige Blühmischungen oft zwar toll aus, müssen aber jährlich neu eingesät werden. Im schlimmsten Fall kommt auch noch Gift zum Einsatz. In der ‚Natur nah dran‘-Schulung lernen die Teilnehmenden deshalb, wie sie dauerhafte und dem Standort angepasste Blumenwiesen und Wildstaudenbeete anlegen.“ Die Schulung richtete sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Grünflächenämter, Stadtgärtnereien und Bauhöfe der für 2018 für „Natur nah dran“ ausgewählten Kommunen.

Am gestrigen Mittwoch besuchten Vertreter des Landesverbandes gemeinsam mit Naturgartenplaner Dr. Reinhard Witt sowie dem NABU-Projektleiter Martin Klatt die Grünflächen, die in Ettenheim im Laufe des Projekts in kleine Biotope umgewandelt werden sollen. Dr. Reinhard Witt beschäftigt sich seit 30 Jahren intensiv mit dem Thema naturnahe Garten- und Landschaftsgestaltung, hat schon zahlreiche Bücher verfasst und ist der Fachmann, wenn es um naturnahe Gestaltung von privaten und öffentlichen Flächen geht. So hat er unter anderem die Villa Reitzenstein, Amtssitz von Ministerpräsident Winfried Kretschmann oder das Stammwerk von Mercedes-Benz in Gaggenau und das Gelände in Ludwigshafen naturnah gestaltet.

Für Bauhofleiter Markus Ohnemus ist es deshalb eine große Bereicherung und Chance im Projekt dabei zu sein und Flächen in Ettenheim umgestalten zu können. „Wir bekommen durch das Projekt eine tolle Planung und Unterstützung durch den NABU“, freut er sich. Natürlich ist die Anlage der Flächen zu Beginn auch mit Aufwand verbunden. Der sich aber lohnen wird, ist sich der Bauhofleiter sicher.

Dr. Reinhard Witt begutachtete die jeweiligen Standorte und gab Empfehlungen für die passende Bepflanzung. Mit vor Ort waren auch Kathrin Opel, Vorsitzende der NABU Ortsgruppe Ettenheim und Gesche Beile vom NABU Ettenheim sowie Heike Schillinger von der Stadt Ettenheim und Jörg Himmelsbach Gärtner im Städtischen Bauhof.

Die Begehung der Flächen bildet gemeinsam mit der Schulung die Grundlage für den nächsten Schritt: die Detailplanung für die ausgewählten Flächen. Anschließend geht es dann an die Umsetzung der Maßnahmen.

Hintergrund:

Das NABU-Projekt „Natur nah dran“ wird gefördert durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg. Ziel ist es, Städte und Gemeinden mit Rat und Tat dabei zu unterstützen, Grünflächen im Sinne der Biodiversität umzugestalten.

Weitere Informationen: www.naturnahdran.de