Auf ein Wort mit der Kultusministerin - Der 16-jährige Realschüler Colin Kone erlebt eine Woche lang Landespolitik live

10. April 2018

Jugend bewegt – unter diesem Motto hatte die Stadt Ettenheim vor einem Jahr Jugendpolitikworkshops in den Schulen initiiert mit dem Ziel, das Interesse bei Jugendlichen für Kommunalpolitik im Speziellen und Politik im Allgemeinen zu wecken. Unter den Teilnehmern war Colin Kone von der Realschule am Bildungszentrum. Und: Das Interesse des 16-jährigen Altdorfers wurde geweckt.

Bei der CDU-Landtagsabgeordneten Marion Gentges bewarb er sich mit einer E-Mail um ein Praktikum. "Ich wollte einfach mal aus der Nähe erleben, wie der Alltag einer Politikerin so aussieht und wie sie ihre Arbeit organisiert. Außerdem suchte ich nach einem Praktikumsplatz für die Woche Berufsorientierung unserer Schule. Das hätte gut gepasst", sagt Colin Kone. Es passte tatsächlich. In der Woche vor den Osterferien gab’s Politik live.

Das hieß für Colin Kone zunächst aber nicht Stuttgart und Landtag, sondern Mitarbeit im Wahlkreisbüro der Abgeordneten in Lahr. "Der erste Tag war dennoch mit einem ziemlich strammen Programm ausgefüllt", erinnert sich Kone. Gemeinsam mit Büroleiter Stephan Wintermeier galt es einen Fragenkatalog für eine Umfrage zu Politikinteresse in der Lahrer Innenstadt vorzubereiten, dann stand ein Besuch in der Galerie Treiber in Ettenheimmünster an: "Dort habe ich dann auch zum ersten Mal Frau Gentges getroffen. Die Führung durch die Galerie fand ich jetzt nicht so spannend." Am Abend kam es dann noch zur Begegnung mit CDU-Senioren in Ettenheim, vor denen Marion Gentges über aktuelle Themen der Landespolitik.

Ernüchternd war für Colin Kone die Umfrage an Tag zwei in der Lahrer Fußgängerzone: "Viele haben mich einfach stehen lassen und wollten gar keine Frage beantworten. Nur einige wenige zeigten echtes Interesse." Sein Resümee: Das Interesse an Politik war bei vielen Befragten steigerungsfähig.

Und dann endlich Stuttgart und Landtag. "Es war mein erster Besuch im Landtag und für mich der spannendste Tag im Praktikum", sagt Kone. Dass er sich für den Tag in Stuttgart eigens ein Jackett überziehen sollte, war für den 16-Jährigen zwar etwas ungewohnt, aber dafür genoss er einige Privilegien. Mit einem Mitarbeiterausweis konnte er länger als andere Landtagsbesucher auf der Zuschauertribüne bleiben ("Die Gruppen, meist Schulklassen, mussten nach einer gewissen Zeit für die nächste Zuhörergruppe Platz machen"), und zu guter Letzt gab’ auch noch ein Fotoshooting mit der Kultusministerin Susanne Eisenmann. So nah sind die meisten seiner Lehrerinnen und Lehrer der "Chefin" noch nie gekommen. Ob Colin Kone die Gelegenheit nutzte, um die Ministerin zur Jubiläumsfeier seiner Schule – 50 Jahre Realschule – in der nächsten Woche einzuladen, verriet er der Badischen Zeitung nicht. Colin Kone: "Das Treffen dauerte ja nur ein paar Minuten".

Text: Klaus Fischer, Badische Zeitung
Foto: privat